Unwetter: Tornado wütet in Hamburg - In Nordrhein-Westfalen so viel Regen wie in zwei Monaten

Schneise der Zerstörung in Hamburg

Ein Unwetter mit einem Tornado hat im Hamburger Osten eine Schneise der Zerstörung hinterlassen. „Auf Hunderten Metern Länge gibt es massive Schäden“, sagte ein Feuerwehrsprecher am späten Dienstagabend. Die Einsatzleitung hat den Ausnahmezustand erklärt. Verletzt wurde niemand.

Unwetter über Deutschland
Unwetter in Deutschland: Ein Tornado richtet schwere Schäden in Hamburg an © dpa, Daniel Reinhardt

Angesichts der Bilder und Berichte über entwurzelte Bäume, Hagel mit mehr als drei Zentimetern Größe und Starkregen, muss angenommen werden, dass es sich tatsächlich um einen Tornado gehandelt hat.

Die Einsatzkräfte vor Ort hatten mit zahlreichen Widrigkeiten zu kämpfen. Überall liegen Bäume auf der Straße, die Sägen der mehr als 1000 Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und anderen Einrichtungen dröhnten durch die Nacht.

Das stark beschädigte Dach eines neungeschossigen Hochhauses konnte gerade noch vor dem Absturz gesichert werden können. Zahlreiche Häuser wurden abgedeckt, Keller liefen voll. Eine Kleingartenanlage im Stadtteil Farmsen gleicht einem Trümmerfeld. Gartengeräte und Rohre liegen durcheinander, eine Laube ist völlig weggerissen, nur ein Sofa steht noch im Freien.

Der Tornado habe nur wenige Minuten gedauert, sagte eine 47-jährige Laubenbesitzerin, deren Gartenhaus schwer beschädigt wurde. Die Einsatzkräfte rückten nach Angaben der Feuerwehr innerhalb weniger Stunden zu mehr als 254 Einsätzen aus.

Nordrhein-Westfalen: In zwei Wochen mehr Regen als sonst in zwei Monaten

Unwetter in Deutschland
Viel zu viel Regen bescherten die Unwetter der letzten zwei Wochen den Nordrhein-Westfalen. © dpa, Arnulf Stoffel

Zuvor hatte es in Nordrhein-Westfalen und Teilen Niedersachsen schwere Unwetter gegeben. In Wuppertal, Mülheim an der Ruhr, Recklinghausen, Marl und vielen anderen Orten sind Hagel und unfassbare Regenmengen zusammengekommen. Es kam innerhalb von wenigen Stunden so viel Wasser runter, wie normalerweise im ganzen Monat fällt. Lokal dürften es 80 bis 100 Liter pro Quadratmeter gewesen sein.

Im Laufe des Abends zogen die Unwetter weiter Richtung Norden. Betroffen waren zunächst das Münsterland und der Raum Osnabrück.

In den vergangenen zwei Wochen ist in manchen Regionen Nordrhein-Westfalens mehr Regen gefallen als sonst im Mai und Juni zusammen. In der Region von Xanten am Niederrhein bis Bocholt im Münsterland fielen punktuell um die 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Im Schnitt fielen in NRW im Mai 72 Liter, im Juni 84 Liter auf den Quadratmeter, zusammen also 156 Liter.

Auch in Köln waren es in diesen beiden Wochen um die 180 Liter, im Bergischen Land etwa 170 Liter. Im Großraum Recklinghausen wurden vom 25. Mai bis einschließlich 7. Juni ebenfalls 150 bis 180 Liter Regen gemessen. Auch in Wuppertal fielen rund 150 Liter. Ein bisschen trockener war es in Richtung Ostwestfalen. Dort waren die Regenmengen eher durchschnittlich ausgefallen.