Unwetter-Serie trifft erneut den Süden Deutschlands - Murengefahr in Simbach am Inn

Die Unwetter-Serie ging auch am Mittwoch weiter

Über Baden Württemberg und Bayern entluden sich am Mittwochabend heftige Gewitter: in Himmelkron bei Bayreuth hatten sie nicht nur Wasser, sondern auch große Hagelkörner im Gepäck. In dem kleinen Ort Polling in Oberbayern waren in der Nacht hunderte Helfer im Einsatz - dort droht nach erneutem Starkregen das vierte Hochwasser in zwei Wochen.

Unwetter-Serie in Deutschland
Große Hagelkörner fielen am Mittwoch in der Nähe von Bayreuth vom Himmel.

Mehrere Stunden dauernde Regengüsse haben den Nordwesten Baden-Württembergs getroffen. Ein Feuerwehrmann wurde bei seinem Einsatz in Bretten bei Karlsruhe am Mittwochabend durch einen Stromschlag lebensgefährlich verletzt, er erlitt schwere Verbrennungen.

Die Polizei berichtete von starkem unwetterartigen Regen, überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern. Besonders betroffen waren demnach der Enzkreis und der Landkreis Karlsruhe. Die Einsatzkräfte rückten innerhalb kurzer Zeit zu 25 Einsätzen aus. Erste Schätzungen gehen von einem Schaden von insgesamt 500.000 Euro in der Region aus.

Auch in Sachsen-Anhalt hielten die Unwetter die Mensch in Atem. Bei einem heftigen Unwetter in Eisleben haben Wassermassen ein großes Loch in das Dach eines Baumarktes gerissen. Verletzte habe es aber bei dem Vorfall am Mittwochnachmittag nicht gegeben, sagte eine Polizeisprecherin. Alle Kunden und Mitarbeiter hätten das Geschäft rechtzeitig verlassen können. Die Polizeisprecherin sagte am Abend, in der Region sei Eisleben der einzige Ort gewesen, der Unwetter mit viel Regen abbekommen habe. Es seien auch Straßen überflutet worden und Keller vollgelaufen.

Simbach am Inn: Murenabgang bedroht Häuser

Wegen eines drohenden Murenabgangs dürfen sechs Bewohner der hochwassergeplagten Gemeinde Simbach am Inn in Niederbayern die Nacht nicht in ihren Häusern verbringen. "Die übernachten jetzt bei Bekannten und Verwandten und dürfen ab Donnerstagmorgen 7.00 Uhr ihre Häuser wieder betreten. Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme für die Nacht", sagte Bürgermeister Klaus Schmid (CSU) am Mittwochabend.

Der Hintergrund: "Da ist ein Abhang, der durchnässt ist, und es sind kleine Erdrutsche passiert. Als Vorsichtsmaßnahme wurden drei Häuser evakuiert." Durch das verheerende Hochwasser vergangene Woche wurden allein in Simbach etwa 1.000 Menschen obdachlos. Sieben Menschen starben, als sich am vergangenen Mittwoch eine Welle aus Schlamm und Geröll durch mehrere Ortschaften in Niederbayern wälzte und Schäden in Milliardenhöhe verursachte.