Unwetter-Serie über Deutschland, Tag 3

Unwetter mit Starkregen und Gewittern auch am Mittwoch - Rheinland besonders getroffen

Unwetter mit vollem Programm: Starkregen, Hagel, Wind

Einen weiteren Tag sorgten Unwetter für Aufsehen. Bereits am Mittwochnachmittag und am Abend zogen die ersten Gewitter mit Starkregen, orkanartigen Böen und Hagel auf. Der Himmel war teilweise dunkel wie in der Nacht. Das Unwetter mit Starkregen führte  in Teilen von Nordrhein-Westfalen zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehr. Allein im Stadtgebiet Bonn wurden bis 22.45 Uhr am Mittwochabend mehr als 400 Einsätze gemeldet. Südlich von Köln und bei Bonn hätten kleinere Gefahrstellen durch herumfliegende Gegenstände für Einschränkungen auf den Autobahnen gesorgt, sagte ein Sprecher der Polizei Köln am frühen Donnerstagmorgen.

Zugausfälle im Rheinland

In Sankt-Augustin, in der Nähe von Bonn waren mehr als 120 Feuerwehrkräfte im Einsatz. An 60 Stellen wurden Keller ausgepumpt und umgestürzte Bäume mit der Motorsäge zerkleinert, wie die Feuerwehr berichtete. Auf die Gleise der Stadtbahnlinie 66 waren zudem mehrere Bäume gestürzt. Der Betrieb der Stadtbahn wurde eingestellt. Umgestürzte Bäume sorgten außerdem am Mittwoch-Abend und in der Nacht auf Donnerstag für Streckensperrungen, Verspätungen und Teilausfälle. Mittlerweile rollen die Züge wieder.

Köln und Bonn: Orkanartige Böen und Rettungskräfte im Großeinsatz

In Bonn waren Rettungskräfte im Großeinsatz. „Wir haben jede Menge überflutete Keller, wir haben jede Menge umgestürzte Bäume. Im Moment ist Land unter“, sagte ein Sprecher der Polizei. Kurz nach 18 Uhr sei ein Unwetter mit Starkregen, Sturm und Gewitter über die Stadt gezogen. Auch eine Ampel sei umgestürzt, Stromkabel hingen herab. Die Bonner Feuerwehr twitterte kurz nach 19.30 Uhr, dass es noch rund 120 offene Einsatzstellen im gesamten Stadtgebiet gebe. Außerdem kam es zu Störungen im Bahnverkehr, da ein Blitz in die Oberleitung der Bahn einschlug.

Zu den Unwettern im Rheinland RTL-Meteorologe Carlo Pfaff: „Der Köln-Bonner Flughafen bekam 44 Liter pro Quadratmeter in einer knappen Stunde. Sankt Augustin bei Bonn vermeldete 32 Liter pro Quadratmeter in 40 Minuten. Zum Vergleich: Der Flughafen Köln/Bonn bekommt normalerweise 65 Liter im ganzen Monat August. Zudem wurden am Flughafen Böen bis 107 km/h gemessen. In Sankt Augustin waren es Böen bis 106 km/h. Das ist Windstärke 11, also orkanartige Böen.“

Vollsperrung der Bundesstraße 9

Auch in Sinzig und Remagen in Rheinland-Pfalz sah es ähnlich aus. Dort konnte die Kanalisation die Mengen an Regenwasser nicht mehr aufnehmen, so dass mehrere Straßen überflutet wurden, wie die Polizei mitteilte.Eine Gruppe Kinder, die bei einer Wanderung oberhalb von Remagen gezeltet hatte, musste der Polizei zufolge wegen des Gewitters vom Technischen Hilfswerk abgeholt werden. Die Bundesstraße 9 musste zwischenzeitlich für rund 45 Minuten voll gesperrt werden und in Koblenz kam es zu kleineren Erdrutschen.

Unwetter konzentrierten sich über dem Westen Deutschlands

In Orten der Verbandsgemeinde Ruwer (Kreis Trier-Saarburg) ist die in die Mosel fließende Ruwer über die Ufer getreten. In Orten der Verbandsgemeinden Ruwer sei es zu Überschwemmungen gekommen, sagte eine Sprecherin der Technischen Einsatzleitung des Landkreises Trier-Saarburg. Keller liefen voll, Geröll und ein umgestürzter Baum blockierten eine Straße.

Über der Eifel blitzte, donnerte und schüttete es ebenfalls. Die Gewitter zogen weiter zum Rhein nach Siegburg, Bonn und Königswinter sowie nach Köln. Mit Gewitterböen um die 100km/h Starkregen sowie entsprechenden Überflutungen. Somit liefen auch hier Keller voll und Straßen standen unter Wasser. Selbst die Feuerwehr kam teilweise nicht voran.

Unwetter kühlen die betroffenen Regionen ab

Als die Gewitter durch waren, gab es vielerorts einen Temperatursturz von 10 Grad. Eine gute Gelegenheit für diejenigen, die mit dem Schrecken davon kamen, die aufgeheizten Wohnungen durchzulüften und durchzuatmen.

Die drei Temperatur-Spitzenreiter Deutschlands aus dem Messnetz des DWD lagen am Mittwoch alle in Baden-Württemberg. Am heißesten war es mit bis zu 37,0 Grad in Rheinstetten bei Karlsruhe, 36,7 Grad wurden weiter rheinabwärts in Waghäusel-Kirrlach gemessen. 36,3 Grad waren es in Mannheim. Noch heißer war in privaten Messnetzen. Hier vermeldete das hessische Bensheim sogar 37,4 Grad.

Die Unwetter-Schäden von Dienstag und der Nacht zu Mittwoch.

So geht es mit Hitze und Unwettern weiter.

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