Wetterchaos in Europa

Unwetter in West- und Südeuropa: Fluten in Irland, England, Spanien Italien und Frankreich

Mehrere Tote in Spanien, Portugal und in Italien, über 100.000 Haushalte ohne Strom

Von Portugal über Spanien bis nach Frankreich und Italien verursachen schwere Unwetter Extremregen und Überschwemmungen. Rund ein Dutzend Menschen kommt ums Leben. In Spanien und Portugal kamen durch den Sturm seit Mittwoch mindestens sieben Menschen ums Leben. In Italien starben drei weitere Menschen, dort war etwa ein Drittel der Lagunenstadt Venedig überflutet. In Südfrankreich wurde ein Segler vermisst, nachdem sein Boot bei Marseille gekentert war.

22.12.2019, Italien, Rom: Ein entwurzelter Baum liegt auf einer Straße. Heftige Schnee- und Regenfälle haben ein Wetterchaos verursacht und mindestens einem Menschen das Leben gekostet. Foto: Beatrice Larco/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Viele umgestürzte Bäume gab es durch heftige Unwetter in Italien. © dpa, Beatrice Larco, esz kde

Bei Unwettern sind in Spanien seit Mittwoch mehrere Menschen ums Leben gekommen. Zudem wurde im Zentrum von Madrid eine Passantin von herabfallenden Fassadenstücken erschlagen. Der Sturm hat somit in verschiedenen Teilen Spaniens seit Wochenmitte fünf Menschenleben gefordert. Auf der gesamten iberischen Halbinsel kam es zu Überschwemmungen, unzählige Bäume wurden entwurzelt, Zehntausende Menschen waren am Sonntag ohne Strom. Im Nachbarland Portugal gab es wegen der Unwetter zwei Tote.

Heftige Schnee- und Regenfälle haben auch in Italien ein Wetterchaos verursacht und mindestens drei Menschen das Leben gekostet. An der Amalfiküste südlich von Neapel war es am Samstagabend im Dorf Cetara zu einem Erdrutsch gekommen. Ein Hotel, in dem eine Hochzeitsfeier mit 200 Gästen stattfand, wurde dabei von der Umwelt abgeschnitten.

​In Venedig stand das Hochwasser am Samstagmorgen 120 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel. Damit waren rund 30 Prozent der Stadt unter Wasser. Am Sonntag und Montag sollte das Hochwasser auf bis zu 130 Zentimeter ansteigen und fast die Hälfte der Stadt bedecken. 

Nach dem Durchzug des Wintersturms sind in Südwestfrankreich rund 95.000 Haushalte ohne Strom. In der Region Auvergne Rhône Alpes waren am Freitagmorgen schon rund 140.000 Haushalte ohne Strom. Ein Segelboot kenterte in der Nähe von Fos-sur-Mer nordwestlich von Marseille. Ein Segler wird vermisst, zwei Besatzungsmitglieder wurden gerettet. Der Unfall ereignete sich am Freitagabend, die Helfer setzten Hubschrauber ein. 

Der Flughafen von Ajaccio auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika wurde wegen Überschwemmung geschlossen. Die Fluggesellschaft Air Corsica warnte via Twitter, der Airport sei wegen teilweiser Überflutung von Straßen unzugänglich. Für 18 Départements im Süden des Landes gab es einen Wetteralarm - die Menschen wurden aufgefordert, besonders vorsichtig zu sein.

Häufig sind zwischen 50 und 100 Liter Regen, örtlich sogar über 130 Liter Regen in 48 Stunden. Dazu häufig sehr stürmisch mit örtlichen Orkanböen. Am Cap Corse, im Norden Korsikas, wurden am Samstagmittag 167 km/h gemessen, in Grand Clos wurden am Freitagmorgen 146 km/h gemessen.

Überschwemmungen in Reinosa, Spanien

Irland: Überfluteter Parkplatz in Galway

Voller Föhnorkan in der Schweiz mit bis zu Tempo 200

In der Schweiz wütete ein voller Föhnorkan mit Mittelwinden von über 150 km/h. Die stärkste Böe wurde bis Freitagmittag in Gütsch/Andermatt auf knapp 2300 Meter Höhe mit 193 km/h gemessen.