Unwetter in Italien: "Apokalyptische" Szenen - Deutsche Wandererin von Blitz erschlagen

Chaos und Verwüstung in Italien

Unwetter haben in Italien Chaos und Verwüstung angerichtet. Auf Sardinien starb am Freitag eine Frau durch einen Blitzschlag. Heftige Regenfälle führten zu Überschwemmungen auf Sizilien, in einigen Küstengegenden galt die höchste Unwetterwarnstufe. Besonders betroffen war die nordöstliche Provinz Belluno, in einigen Orten fehlte seit Tagen der Strom. Teils mangelte es auch an Trinkwasser. Wegen eines Erdrutsches waren mehrere Orte von der Außenwelt abgeschnitten.

Blitz schleudert Frau meterweit durch die Luft

Die deutsche Touristin war auf der zu Sardinien gehörenden Insel San Pietro von einem Blitz getroffen worden. Vor dem Unglück am Freitagnachmittag war die Frau mit ihrem Mann und ihrem Sohn unterwegs gewesen. Die drei waren zu einer Trekking-Tour aufgebrochen, als das Wetter noch gut war. Als das Gewitter aufzog, machten sie sich auf den Rückweg zum Auto. Zu spät. Die Frau wurde vom Blitz getroffen und mehrere Meter durch die Luft geschleudert.

Mindestens 20 Todesopfer

In der Region Trentino-Südtirol riss der Sturm Schneisen in die Wälder. Tausende Bäume seien wie Mikadostäbchen umgefallen, twitterte die Feuerwehr. Luftaufnahmen zeigten das ganze Ausmaß der Zerstörung. Betroffen ist auch das Fleimstal in den Dolomiten, das für sein wertvolles Fichtenholz, das für den Musikinstrumentenbau genutzt wird, bekannt ist.

Ganz Italien leide, sagte der Chef des Zivilschutzes Angelo Borrelli am Samstag im norditalienischen Belluno. Doch die Situation in der Provinz sei besonders schlimm. Es seien "apokalyptische" Szenen, sagte Borrelli. Straßen sind zerstört, Leitungsmasten hatten wie dünnes Gezweig nachgegeben. Es sind Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Kilometer pro Stunde gemessen worden.

Seit vergangenem Wochenende haben Unwetter weite Teile des Landes getroffen und große Schäden angerichtet. Mindestens 20 Menschen kamen bisher ums Leben.

Es ist noch nicht zu Ende

Auch am Samstag sind zwischen Sizilien, Sardinien, Ligurien und dem Piemont erneut Schauer und einzelne Gewitter zu erwarten, der Schwerpunkt liegt allerdings noch über dem offenen Meer. In den kommenden Tagen ist dann aber auch wieder vermehrt das italienische Festland von kräftigen Regenfällen betroffen, wobei sich der Schwerpunkt weiterhin eher auf die westlichen Landesteile beschränken sollte. Doch auch gerade in Norditalien kann es durch Staueffekte an den Alpen zu anhaltenden Regenfällen kommen. Vom Piemont bis ins Aostatal reichen die Niederschlagsprognosen in der Summe teilweise über 150 Liter pro Quadratmeter, die nur innerhalb weniger Tage zusammenkommen.

Gefahr von Überschwemmungen und Murenabgängen bleibt

Dies birgt große Gefahr weiterer Überschwemmungen und Murenabgängen, da der Boden durch die bereits gefallenen großen Niederschlagsmengen quasi keinerlei Wasser mehr aufnehmen kann. Jeder weitere Tropfen ist für viele Regionen bereits zu viel, wodurch die Lage in den betroffenen Gebieten sehr ernst bleibt.

Quelle: meteogroup