Keine Entwarnung am Mittelmeer

Neues Unwettertief wütet mit Sturm, Starkregen und Überflutungsgefahr

von Paul Heger

Der Unwetter-Schock vom Samstag ist auf Italiens Mittelmeer-Insel Ischia noch lange nicht überstanden, da hat sich schon das nächste Gewittertief gebildet. Aktuell wütet es über dem westlichen Mittelmeer. Schon bald hat es wieder Italien im Griff, aber auch Afrika, Malta, Griechenland und die Türkei müssen sich vor Sturmböen, heftigen Regenfällen und Sturzfluten in Acht nehmen.

Unwetter aktuell: Vorsicht von Spanien bis Italien

Satellitenbild vom westlichen Mittelmeer am Montag, 28. November 2022
Das Satellitenbild zeigt: Ein neues Unwettertief kreiselt am Montag schon wieder über dem westlichen Mittelmeer und hat von Frankreich bis nach Mallorca teils kräftige Regengüsse und Sturmböen gebracht.

Es ist noch nicht lange her, dass gleich zwei Unwettertiefs über die Mittelmeerregionen hinweggefegt sind, da kommt schon neues Ungemach. Zum Wochenbeginn hat sich ein neues Tief über dem westlichen Mittelmeer gebildet. Vom Süden Frankreichs über die Ostküste Spaniens und die Balearen hinweg bis nach Nordafrika türmen schwere Sturmböen meterhohe Wellen auf.

Dazu kommen erneut kräftige Schauer und Gewitter. Hier liegt der Schwerpunkt momentan schon etwas weiter östlich. Vom Festland-Frankreich über Korsika und Sardinien bis nach Algerien und Tunesien gibt es bis zum Dienstagmorgen örtlich große Niederschlagsmengen. Im Extremfall kommen 50 bis 100 Liter in nur 24 Stunden runter.

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Unwettertief verlagert sich nach Südosten

Am Dienstag erreichen die möglichen Unwetter Süditalien und Malta. Am Mittwoch verlagert sich der Schwerpunkt langsam weiter nach Griechenland. Am Donnerstag gilt dann erhöhte Vorsicht auch im Westen der Türkei.

Bis in die zweite Wochenhälfte hinein muss auch hier mit großen Niederschlagsmengen von örtlich über 100 Litern und entsprechenden Überflutungen sowie Schlammlawinen gerechnet werden. Das Ganze ist besonders am Mittwoch noch gepaart mit Sturmböen. Danach lässt zumindest der Wind etwas nach.

Unruhiges Mittelmeer: Entwarnung kaum in Sicht

Regensummen des ICON-Wettermodells bis Freitagabend, Stand 28. November 2022
Die berechneten Regensummen im deutschen Wettermodell ICON sind beachtlich. Von Frankreich bis zur Türkei sind bis Freitagabend zig Liter möglich. In Spitzen sind es sogar deutlich über 100 Liter Regen. Überflutungen sind vorprogrammiert! (Stand: Mittag des 28. November)

Während das nunmehr dritte Unwettertief in Folge am Donnerstag zum östlichen Mittelmeer zieht, deutet sich spätestens zum Freitag bereits ein neues Tief an. Schon wieder! Und wieder sind zunächst die Regionen am westlichen Mittelmeer betroffen. Wie heftig es dann wird, ist noch unklar.

„Was ist da los?“, mag man sich fragen. Im Herbst und im frühen Winter sind Unwetter in Südeuropa nicht ungewöhnlich. Kühle Luft aus Nord- und Osteuropa rutscht immer weiter zum noch warmen Mittelmeer – eine explosive, weil energiereiche Wettermischung!

In diesem Jahr können die Unwetter vom überdurchschnittlich aufgeheizten Mittelmeer profitieren. Der Hitzesommer hat regional für Temperaturrekorde gesorgt und derart große Wassermassen kühlen sich nur langsam ab. Wenn demnächst noch kältere Luft auch bei uns für einen Wintereinbruch sorgt, wird es am Mittelmeer wohl weitere Unwetter geben.

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(phe)