Und das sind die Folgen für das Wetter in Deutschland

Hitze am und im Mittelmeer: Intensive Unwetter drohen

Die Wassertemperaturen im Mittelmeer sind außergewöhnlich hoch - das ist natürlich eine Folge der Sahara-Outbreaks.
Die Hitze am Mittelmeer hat auch das Wasser im Mittelmeer aufgeheizt. Was bedeutet das für das Wetter in Südeuropa und Deutschland? © imago images/Chris Emil Janßen, Chris Emil Janssen via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Das Mittelmeer ist wärmer als normal

Die Sahara-Outbreaks der vergangenen Woche haben nicht nur die Länder rund ums Mittelmeer ungewöhnlich stark aufgeheizt und zu Temperaturrekorden geführt. Auch das Mittelmeer selbst ist deutlich wärmer als normalerweise. Das wird Folgen haben. Bei bestimmten Wetterlagen auch für Deutschland. Unwetter könnten wieder intensiver werden.

Wärmeüberschuss im Mittelmeer wirkt sich auch im Herbst aus

Der Sommer 2021 in Deutschland war bisher geprägt von Unwettern und Temperaturen, die wenig sommerlich waren. In Südeuropa herrschte und herrscht dagegen unbarmherzige Hitze. Es scheint, als ob beides völlig losgelöst voneinander geschieht. Aber das ist natürlich nicht so. Die Wetterlagen hängen zusammen. Und auch wenn die Landmasse schon wieder abgekühlt ist, kann der Wärmespeicher Mittelmeer noch für Probleme sorgen. Auch in Deutschland.

„Momentan sind große Teile des Mittelmeeres deutlich wärmer als normalerweise,“ sagt Meteorologe Björn Alexander. „Das ist natürlich den häufigen Ausbrüchen der Saharaluft in die Mittelmeerregionen geschuldet. Und dieser Wärmeüberschuss könnte sich im Herbst tatsächlich auswirken.“

Die Abweichung der Wasseroberflächentemperaturen weltweit

Die Grafik zeigt die Abweichung der Wasseroberflächentemperatur weltweit.
Ganz rechts und ganz links auf der Abbildung zu sehen: Das Mittelmeer ist viel wärmer als sonst.

Höhere Wassertemperaturen = mehr Energie für Unwetter

Wenn im Herbst Tiefdruckgebiete mit kalter Luft bis runter ans Mittelmeer gelangen, dann bedeuten höhere Wassertemperaturen auch mehr Energie für Unwetter. Außerdem sind die Temperaturunterschiede zwischen der kalten Luft in der Höhe und dem warmen Wasser unten größer als sonst. Diese Bedingungen begünstigen extreme Wettereignisse wie z.B. Medicanes.

Auch für das Wetter in Deutschland könnten das viel zu warme Mittelmeer Auswirkungen haben - zumindest bei bestimmten Wetterlagen. „Wenn beispielsweise feuchte Luft vom Mittelmeer angezapft wird, dann ist diese Luft energiegeladener und unwetterträchtiger“, erklärt Björn Alexander. Aber die Gefahr besteht nicht akut. „Dafür müsste es erst einmal die passende Wetterlage geben.“

HENRI wird zum Hurrikan an der Ostküste von Nordamerika

Auch vor der Ostküste Nordamerikas ist das Meer ungewöhnlich warm. Der Tropische Sturm Henri, der seinen Ursprung im Atlantik nordöstlich von den Bermuda-Inseln hat, entwickelt sich gerade zu einem ausgewachsenen Hurrikan. Zum Wochenwechsel könnte er in den US-Staaten Connecticut, Rhode Island und Massachusetts, aber auch in Neu England und Long Island einen Streifschuss landen. Damit hat er sich untypisch weit in Norden vorgewirbelt.

Forscher schlagen Alarm: Die Weltmeere sind warm wie nie. Steigende Meerestemperaturen führten zu Wetterextremen wie Wirbelstürmen und heftigen Niederschlägen. Auch seien sie einer der Hauptgründe dafür, dass es zu verheerenden Waldbränden komme. In den Meeren drohten Sauerstoffarmut, Schäden für Fische und andere Lebewesen. Thermische Ausdehnung lasse zudem den Meeresspiegel ansteigen.

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(ctr)