Unwetter auf Teneriffa: Deutsche Touristin stirbt in Höllenschlucht

Nach Erdrutsch mit Steinschlag auf Wanderweg

Die heftigen Unwetter auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa haben ein Todesopfer gefordert. Eine 62-jährige deutsche Touristin war am Montag auf dem Wanderweg in der 'Höllenschlucht' im Naturschutzgebiet 'Reserva Natural Especial del Barranco del Infierno' bei einem Steinschlag ums Leben gekommen. Fast am Ende der Strecke sei die Frau mittags vor den Augen ihres Ehemannes von einem großen Felsbrocken getroffen worden und auf der Stelle tot gewesen, teilte der Notdienst der Kanaren mit. Zwei weitere Deutsche, ein 67-Jähriger und eine 54-Jährige, seien beim Erdrutsch nahe der Gemeinde Adeje leicht verletzt worden. Als Ursache für den Erdrutsch werden die jüngsten Unwetter mit starken Regenfällen der vergangenen Tage auf den Kanaren angenommen.

Der Bürgermeister von Adeje José Miguel Rodríguez Fraga kündigte an, dass man den Zugang zum Wanderweg ab sofort für unbestimmte Zeit schließe und die Situation in den nächsten Tagen mit Sicherheitsexperten und der Betreibergesellschaft erörtern wolle. Man sei „von dem tragischen Unfall tief betroffen“, sagte er. Das besonders Tragische an dem Unglück: Der spektakuläre Wanderweg der 'Höllenschlucht' im Naturschutzgebiet 'Reserva Natural Especial del Barranco del Infierno' war nach einem ähnlichen Unglück im Jahr 2009, bei dem ebenfalls eine deutsche Touristin gestorben war, jahrelang geschlossen gewesen. Nach Verbesserung der Sicherheitsbedingungen war der Zugang zur Strecke erst im vergangenen Mai wieder gestattet worden.

Am schwersten von den Unwettern vom Wochenende betroffen war die Gemeinde Telde im Osten der Insel Gran Canaria, wo die Wassermassen unter anderem auch schwere Autos mit sich rissen. In der 105.000-Einwohner-Stadt, in der auch der internationale Flughafen von Gran Canaria liegt, seien am Freitag 105 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Allein dort habe es unter anderem 18 Erdrutsche, Stromausfälle, mehrere Baum- und Mauereinstürze sowie 15 vom Unwetter verursachte Verkehrsunfälle gegeben. Zahlreiche Straßen und Häuser seien überflutet worden. Mehrere Autofahrer hätten aus ihren Fahrzeugen befreit werden müssen. Viele Häuser seien evakuiert worden.

Schwere Überschwemmungen und andere Zwischenfälle gab es unter anderem auch in der Inselhauptstadt Las Palmas de Gran Canaria im Nordosten.