Unwetter am Mittelmeer: Irre Regenmengen, Schlammlawinen, Tote und Vermisste

Zugverkehr in Südfrankreich und nach Spanien liegt lahm -Gleise weggespült

Tief "Vlad" ist über den westlichen Mittelmeerraum gezogen und hat krasse Schäden hinterlassen. Überschwemmungen hatten die Gleise der Hochgeschwindigkeitszüge von Frankreich nach Barcelona beschädigt und der Verkehr auf der Strecke wurde eingestellt. Auch zwischen den südfranzösischen Städten Montpellier und Toulouse verkehrten keine Züge, teilte die französische Staatsbahn SNCF mit. Demnach waren die Zuggleise südlich von Montpellier weggespült worden. Der Verkehr dort sei zunächst bis zum 4. November eingestellt, teilte ein SNCF-Sprecher mit. Das Unternehmen prüfe Alternativen. 

Im Video: RTL-Chef-Meteorologe Christian Häckl hat sich die Lage genau angesehen.

1.000 Menschen in Sicherheit gebracht

Lokale Behörden in Montpellier gaben an, dass in der Region fast 1.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden mussten. Darunter seien auch 500 Menschen auf einem Campingplatz gewesen. Einsatzkräfte retteten demnach 38 Menschen per Hubschrauber.

In Spanien werden nach den Unwettern mindestens drei Menschen vermisst. Besonders schwer betroffen von Starkregen und Gewittern waren die Region Katalonien im Nordosten des Landes und die Balearen mit der Urlaubsinsel Mallorca. In der Region von Conca de Barberà in der katalanischen Provinz Tarragona suchten Einsatzkräfte nach einer Mutter und ihrem Kind, berichtete das spanische Fernsehen. Wassermassen hätten ihren Bungalow mitgerissen, nachdem ein Fluss über die Ufer getreten war.

Ein weiterer Mensch werde in der Gemeinde Arenys de Munt in der Provinz Barcelona vermisst, teilte die örtliche Feuerwehr auf Twitter mit. Er soll ebenfalls in den Wassermassen verschwunden sein. Nach Angaben des Zivilschutzes mussten in Katalonien zahlreiche überflutete Straßen gesperrt werden. Auch auf Mallorca und Ibiza führten Unwetter zu Überschwemmungen und umgestürzten Bäumen. 

In Spanien hat's Katalonien schwer erwischt

Ein seit Dienstagabend in Arenys de Munt in der Nähe von Barcelona vermisster Mann sei an einem nahe gelegenen Strand gefunden worden, twitterte die katalanische Polizei. Der 70-Jährige war offenbar von Wassermassen mitgerissen worden und ertrunken.

In der Provinz Tarragona suchten Einsatzkräfte noch nach einer Mutter und ihrem Kind. Sie waren Medienangaben zufolge in ihrem Bungalow fortgespült worden, nachdem ein Fluss über die Ufer getreten war. Nach Angaben des Zivilschutzes mussten in Katalonien Dutzende überflutete Straßen gesperrt werden. Im Video sieht man die erschreckenden Aufnahmen der Unwetterschäden. In einem Ferienlager in Cambrils wurden 50 Kinder in Sicherheit gebracht.

Abgedeckte Häuser in Südfrankreich

23.10.2019, Frankreich, Narbonne: Ein Polizeifahrzeug fährt nach den nächtlichen Stürmen vom 23. Oktober 2019 entlang der Strandpromenade von Narbonne in Südfrankreich. Die Departements Bouches-du-Rhone, Var und Vaucluse wurden nach nächtlichen Übers
Narbonne: Nach den nächtlichen Stürmen vom 23. Oktober 2019 ist die Strandpromenade wie leergefegt. © dpa, Eric Cabanis, htf

Teile Südfrankreichs kämpften nach Starkregen ebenfalls mit Verkehrsbehinderungen. Vor allem in den Nähe des Mittelmeers wurden zahlreiche Straßen gesperrt, wie der Radionachrichtensender Franceinfo berichtete. Bäume wurden ausgerissen und Hausdächer abgedeckt. Menschen kamen hier aber zunächst nicht zu Schaden. 

Für mehrere Départements gab es eine Unwetterwarnung. In der Nähe von Narbonne wurden zwei Campingplätze vorsichtshalber geräumt. Hunderte Feuerwehrleute waren in der Region im Einsatz.

Mehr zur Wetterwoche finden Sie in unserem 7-Tage-Trend.

Das Tief zieht Richtung Afrika ab

Das Tief zog bis Donnerstag zum zentralen Mittelmeer weiter und traf Italien mit heftigen Regenfällen. Vor allem Sizilien und Sardinien standen dabei im Fokus, zudem gab es an den Küsten von Algerien und Tunesien starken Regen. Während in Sizilien und an der Küste von Algerien bis zum Wochenende weitere starke Regenfälle zu erwarten sind, hat sich in Spanien das Wetter beruhigt.