Unwetter am Mittelmeer

Große Regenmengen in Spanien und Frankreich - Schnee in der Türkei und Griechenland

von Henning Liss und Martin Pscherer

Schnee in der Türkei
Schnee in Istanbul (Foto vom 10.3.)

Aktuell ist das Wetter in Deutschland ruhig und sonnig – aber auch ein bisschen langweilig. In anderen Teilen Europas sieht das ganz anders aus. In Frankreich, Spanien und Portugal fallen beträchtliche Regenmengen, während sich in Istanbul der Schnee stapelt.

Istanbul: Menschen sollen zu Hause bleiben

Schnee in der Türkei
Schneefall vor der Sultan-Ahmed-Moschee in Istanbul, die auch als Blaue Moschee bezeichnet wird. (Foto vom 11.3.)

Auf den Hausdächern Istanbuls lag am Freitagmorgen eine dichte Schneedecke, auf dem zentralen Taksim-Platz stapften Menschen durch grauen Matsch. Mopeds und Roller dürfen nicht im Straßenverkehr unterwegs sein, wie der Gouverneur der Provinz Istanbul mitteilte. Öffentliche Einrichtungen sollen wegen der Schneewarnungen für Istanbul geschlossen bleiben. Am Donnerstag war wegen der Wetterverhältnisse die Durchfahrt durch die Meerenge Bosporus untersagt worden. Der Bürgermeister von Istanbul, Ekrem Imamoglu, rief die Menschen dazu auf, möglichst zu Hause zu bleiben. Der stärkste Schneefall werde erst für Samstag erwartet.

Schnee auch in anderen Regionen der Türkei und Griechenland

Der Schnee trifft nicht nur die 16-Millionen-Metropole Istanbul. Auch in anderen Regionen der Türkei bleiben Schulen vorerst zu, wie der Sender CNN Türk berichtete.

In Griechenland schneit es am Wochenende im Norden Athens und auch auf der Halbinsel Peloponnes sowie weiteren Inseln wird Schnee erwartet. In vielen Regionen herrscht Schneekettenpflicht.

Unwetterartige Regenfälle in Frankreich, Spanien und Portugal

Die Wetterprognose für Europa zeigt viel Regen.
Die Niederschlagsprognose zeigt, dass im Süden Frankreichs besonders viel Regen fällt.

Auf den Prognosen für Frankreich, Spanien und Portugal fallen die großen Niederschlagsmengen auf. Prinzipiell kann man Regen dort gut gebrauchen, denn in Teilen Spaniens und Portugal ist im Winter viel zu wenig Regen gefallen. Doch nun wird es sich in kurzer Zeit ändern.

Hochwasser in Südfrankreich: Der Fluss Orb nahe Beziers

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Bis zu 300 Liter Regen pro Quadratmeter in Südfrankreich

Meteorologe Matin Pscherer erklärt die Wetterlage: „In Südwesteuropa sorgen Tiefdruckgebiete in den nächsten Tagen für wechselhaftes, teils gewittriges und sehr nasses Wetter. Nach der monatelangen Trockenheit kann vor allem der Süden Spaniens den Regen gut gebrauchen um die Dürre zumindest ein wenig zu lindern. Und es sieht gut aus, dass jede Region zumindest zwischen 30 und 60 Liter pro Quadratmeter in einer Woche bekommt. Regional fallen sogar mehr als 150 Liter, in Spitzen sind sogar um 300 Liter möglich.“

Auf der Grafik ist zu sehen, dass im Süden Frankreichs ein Fläche rot markiert ist. Dort liegt der Schwerpunkt dieser extremen Regenmengen rund um das Zentralmassiv, an dem sich die feuchte Luft staut und über Tage ausregnet.

Der Fluss Mare in Saint-Gervais-sur-Mare tritt über die Ufer

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Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen

Doch Pscherer glaubt nicht, dass mit diesen Regenfällen die Dürre in Teilen Spaniens und Portugal vorbei ist: „Das Wasserdefizit der letzten Monate ausgleichen werden die angekündigten Regenmengen jedoch nicht. Zum einen ist der Wasserbedarf noch höher, zum anderen fallen die größten Regenmengen nur regional und nicht flächendeckend.“ Außerdem könnte es nach Pscherers Einschätzung sogar gefährlich werden: „Dazu kommt, dass die trockenen und harten Böden nicht den gesamten Regen aufnehmen können, örtlich muss dann sogar mit Überflutungen gerechnet werden.“

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(cli, mit dpa)