Baum stürzt auf Straße - Frau stirbt

Neue Unwetter: Gewitterzellen breiten sich in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen aus

Starkregen, Hagel und Sturmböen sind unterwegs

Heftige Gewitter mit Hagel und Sturmböen toben bereits wieder über Teilen Baden Württembergs und Bayerns. Eine besonders gefährliche Superzelle ist auf dem Weg vom Bodensee und dem Alpenrand in Richtung Norden. Mit heftigen Regenschauern hinterließen die Unwetter etliche Städte unter Wasser. Überflutete Straßen und abgesoffene Autos sind die Folge. Die Unwetterfront schiebt sich mittlerweile durch Hessen und Nordrhein-Westfalen. Niedersachsen wird im Laufe des Abends von den heftigen Regenfällen getroffen werden.

Oben im Video: Extreme Unwetter mit Überflutungen – Die Bilder der ersten Unwetter-Serie.

Baum stürzt auf Auto: 23-Jährige stirbt bei Unwetter

Umgestürzte Bäume in Deutschland durch Unwetter
Die Unwetter haben in den vergangenen Tagen immer wieder Bäume umgestürzt. © deutsche presse agentur

Mittlerweile gab es bei den Unwettern ein erstes Todesopfer. In Fuchstobel im Bodenseekreis stürzte beim Sturm ein Baum auf die Straße und begrub das Auto einer 23-Jährigen unter sich. Zum Unglückszeitpunkt zog eine Gewitterfront über den Bodenseekreis hinweg. Eine damit einhergehende Sturmböe brachte auf der K 7736 zwischen Bitzenhofen und Fuchstobel gegen 14.45 Uhr den etwa 40 Meter hohen Baum zu Fall. Der Baum traf mit voller Wucht den von Fuchstobel in Richtung Bitzenhofen fahrenden Wagen der jungen Frau und klemmte diese in ihrem Fahrzeug ein. Trotz einer schnellen und aufwändigen Rettung durch die Feuerwehr und aller Bemühungen des Notarztes verstarb die 23-Jährige noch an der Unfallstelle.

Reißende Fluten in Landshut

Obersülzen steht unter Wasser

Wegen der Unwetter haben in Laumersheim nahe Grünstadt in Rheinland-Pfalz zahlreiche Menschen in der Notrufzentrale angerufen. Etliche Keller waren wegen der Wassermassen vollgelaufene, wie die Polizei mitteilte. Im benachbarten Obersülzen hätten die Zufahrtsstraßen zeitweise gesperrt werden müssen, da die Ortschaft zum Teil überflutet wurde und das Wasser aus der Kanalisation herausgesprudelt sei.

Aktuelle Windgeschwindigkeiten

Die Windgeschwindigkeiten bleiben hoch. Vor allem in Bayern. Die höchsten Windgeschwindigkeiten gegen 19 Uhr:

  • Ingolstadt (Flugplatz) (Bayern): 150 Km/h
  • Chieming (Bayern): 107 Km/h
  • Spitzingsattel (Bayern): 106 Km/h
  • München Flughafen (Bayern): 102 Km/h
  • Wendelstein (Bayern): 98 Km/h

Baukran stürzt in Meersburg auf Dachgeschosswohnung

Als die Gewitterfront über den westlichen Bodenseekreis hinwegzog, stürzte in Meersburg ein 25 Meter hoher Baukran auf ein dreigeschossigen Wohnhause und beschädigte dadurch eine der Dachgeschosswohnungen. Beim Sturz schlug der Kranausleger in den Gärten der dahinterliegenden Grundstücke ein und beschädigte weitere Wohngebäude.

Unwetterfront zieht weiter Richtung Nordosten

Skyline Frankfurt unter Gewitterwolken
Tiefschwarze Gewitterwolken verdunkeln den Himmel über der Frankfurter Innenstadt und seinen markanten Hochhäusern. © deutsche presse agentur

München hat das Gröbste überstanden, wobei es weiterhin stark regnet. Blitz und Donner sollten aber vorerst vorbei sein. Der Gewitterorkan zieht weiter Richtung Franken. Die Stadt Nürnberg ist die nächste betroffene Großstadt. Die Unwetterfront bewegt sich nun nordöstlich und hat Hessen und die Pfalz im Visier. Frankfurt steckt auch unter Gewittern fest und das südliche NRW dürfte bald nass werden.

Die heftigen Regenfällen haben Teile Hessens unter Wasser gesetzt. Bis zum frühen Abend gingen allein bei der Feuerwehr in Darmstadt rund 70 Notrufe ein, weil Wasser in Keller oder Souterrainwohnungen gelaufen war. Durch den Wasserdruck seien an mehreren Stellen Kanaldeckel nach oben gedrückt worden, teilte die Feuerwehr mit. In Frankfurt blieben Autos teils in überfluteten Unterführungen liegen.

Bahnverkehr in Süddeutschland gestört

Die bayrische Hauptstadt, München versinkt gerade im Regen. Auf den Straßen bilden sich bereits kleine Seen. Aber auch in Südbayern und Baden-Württemberg ist der Verkehr gestört. Dort kommt es infolge der Unwetter zu Verspätungen im Bahnbetrieb. Die Deutsche Bahn meldet etliche Störungen aufgrund des Unwetters.

Die Unwetterfront zog ein weiteres Mal über Stuttgart. Die Wassermassen überspülten erneut Straßen. Erst gestern hatte eine Unwettterfront für zahlreiche Schäden in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs gesorgt.

Über München hängen dicke Gewitterwolken

Weitere Wetterextreme der letzten Stunden


Einige der stärkste Windböen bisher:

  • Lindau (Bayern) 117km/h
  • Sonthofen (Bayern) 111km/h
  • Scheidegg/Allgäu (Bayern) 107km/h
  • Kressborn (Baden-Württemberg) 106km/h
  • Friedrichshafen (Baden-Württemberg) 102km/h
  • Augsburg (Bayern) 100km/h


Aktuell liegen die Regenmengen in den heftigsten Gewittern bei um die 30 bis 45 Liter pro Quadratmeter.

Lage spitzt sich jetzt erneut zu

Im Norden Deutschlands sind aus den Schauerresten der Nacht wieder neue Gewitter mit Unwettergefahr aufgekocht. Und auch im Süden und Südwesten war die Ruhe nur kurz. Denn bereits am Mittag zogen von Frankreich und der Schweiz weitere Schwergewitter auf.

Unwetter treffen aktuell bereits den Südwesten und den Süden

Die Menschen in Baden-Württemberg und im Saarland waren zuerst betroffen. Hier zogen mittags die ersten Gewitterzellen heran. Mit im Gepäck: Unwettergefahr durch Starkregen mit Überflutungsgefahr, Sturmböen und Hagel. Jetzt intensiviert sich die Unwetterlage, denn auch in Bayern und im gesamten Südwesten steigt die Gefahr durch die sich ausbreitenden Gewitterzellen.

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(bal/oha)