Und jährlich grüßt das Murmeltier

02.02.2019, USA, Punxsutawney: Der Co-Vorsitzende des Groundhog Club, Al Dereume (r), hält Punxsutawney Phil, das wetterprognostizierende Murmeltier, während des 133. Murmeltiertags. Wie in jedem Jahr am 2. Februar wird der Nager Phil aus seinem Bau
Dieses Jahr hat Murmeltier "Phil" keinen Schatten gesehen. © dpa, Gene J. Puskar, GP luh kno

Murmeltier macht Mut - der Frühling kommt

Wie jedes Jahr am 2. Februar, dem traditionellen Murmeltiertag, ist Phil aus seinem Domizil in einem Wäldchen bei Punxsutawney in Pennsylvania, gezogen. Am "Murmeltiertag" konnte das Tierchen seinen Schatten nicht sehen. Das bedeutet, dass der strenge Winter nicht noch sechs Wochen weitergeht, sondern ein angenehm warmer Frühling bevorsteht.

Der Ursprung des Murmeltiertages geht auf deutsche Siedler zurück. Forscher nehmen an, dass sich die Bräuche der Einwanderer mit denen amerikanischer Ureinwohner vermischten. Die christlichen Siedler glaubten, dass an Mariä Lichtmess, 40 Tage nach Weihnachten, Murmeltiere aus ihrem Winterschlaf erwachen. Wenn sie dann ihren Schatten sehen, erschrecken sie und ziehen sich für weitere sechs Wochen in ihren Bau zurück.

Das steckt meteorologisch hinter dem Murmeltiertag

Der meteorologische Hintergrund des Murmeltiertages lässt sich einfach erklären. Sieht das Murmeltier seinen Schatten, scheint die Sonne. Das heißt, der Himmel ist wolkenlos oder hat zumindest große Wolkenlücken. Diese Wolkenlücken sorgen nachts für Abkühlung und aufgrund der Jahreszeit (Winter) kann von Frost ausgegangen werden. Das Murmeltier muss sich also noch weitere vier bis sechs Wochen in seinem Bau verkriechen, bis der Winter, und somit sein Winterschlaf vorbei ist.

Sieht das Murmeltier hingegen keinen Schatten, sind wohl viele Wolken am Himmel. Diese verhindern die Ausstrahlung in der Nacht und die Temperatur geht nicht so stark zurück wie in klaren Nächten. Die Luft kann sich tagsüber leichter erwärmen, das Murmeltier kann seinen Winterschlaf früher beenden und muss nicht noch Wochen im Bau verbringen.

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Wie gut sind die Prognosen vom Murmeltier?

Studien in den USA und Kanada haben ergeben, dass die Vorhersage durch den Schatten des Murmeltiers in 3 bis 4 von 10 Fällen korrekt ist. Die Trefferquote liegt also unter 50 % und ist somit deutlich schlechter als eine mehrtägige  Temperaturvorhersage.