UN-Klimakonferenz mit Minimalkonsens

Verheerende Dürre
Verheerende Dürre

Lichtblick Waldschutzabkommen

Die UN-Klimakonferenz in Warschau ist nur mit einem Minimalkonsens zu Ende gegangen. Zentrale Punkte wurden wieder einmal vertagt. Es gibt zwar nun einen Zeitplan für die Arbeit am Weltklimavertrag, der 2015 in Paris abgeschlossen werden soll, die rechtliche Verbindlichkeit der Klimaschutzziele einzelner Länder ist jedoch weiter offen.

„Die Konferenz hat uns auf den Weg zu einer Vereinbarung im Jahr 2015 gebracht, aber nicht zu einer Welt mit weniger als zwei Grad (Erderwärmung)“, sagte die Chefin des UN-Klimasekretariats, Figueres. Eine Erderwärmung von zwei Grad gilt als gerade noch erträgliche Obergrenze für Mensch und Natur.

Auch zum beabsichtigten Anstieg der Klimahilfen hat es keine konkreten Zusagen der Industrieländer gegeben. Eigentlich sollen die Klimahilfen auf 100 Milliarden US-Dollar (74 Milliarden Euro) jährlich im Jahr 2020 ansteigen. Immerhin gibt einen neuen Fahrplan zum Grünen Klimafonds, einer Hauptquelle dieses Geldes. Der Plan soll ermöglichen, dass die Industrieländer bereits vom nächsten Sommer an etwas in den Fonds einzahlen können. Daraus sollen ärmere Länder einmal Geld für ihre klimafreundliche Entwicklung und die Anpassung an die Klimaschäden erhalten.

Zudem versprachen einige Industrieländer, darunter als Hauptgeber Deutschland, noch für dieses Jahr zusammen rund 100 Millionen Dollar für einen kleineren, schon bestehenden Anpassungsfonds. Sie retteten damit den Fonds, der zuvor auszutrocknen drohte.

Ein Lichtblick ist auch ein recht konkretes Rahmenpapier für den Waldschutz. Darin wird festgelegt, unter welchen Bedingungen arme Länder im Rahmen der Klimaverhandlungen Geld für den Schutz ihrer Wälder erhalten können. UN-Klimachefin Figueres sagte, dies werde helfen, die Freisetzung von Kohlendioxid durch die Zerstörung der Wälder deutlich zu reduzieren. Diese trägt derzeit zu rund 20 Prozent zum menschengemachten Treibhauseffekt bei.

Angesichts der insgesamt schleppenden Verhandlungen in Warschau hatten große Umwelt- und Entwicklungsorganisationen wie der WWF und Greenpeace bereits am vergangenen Donnerstag die Konferenz verlassen.