UN-Klimagipfel in Madrid: Aktivisten protestieren bei Klimakonferenz und fliegen raus

Kritik an rüdem Vorgehen

Eigentlich sind die Vertreter von knapp 200 Staaten nach Madrid gekommen, um darüber zu verhandeln, wie die Pariser Klimaziele eingehalten werden können und wie die Erde sich nicht um mehr als 1,5 Grad erwärmt. Vielen Umweltorganisationen aber geht das alles zu langsam. Deshalb blockierten sie am Mittwoch einen Verhandlungssaal. Weil die Aktion nicht angemeldet war, kamen schnell die Sicherheitskräfte der Vereinten Nationen im Messegelände zusammen. Sie drängten die Aktivisten nach draußen. Dabei kam es zu Rangeleien. Viele Umweltorganisationen kritisieren das rüde Vorgehen der Sicherheitskräfte. 

Den Protest sehen Sie im Video.

UN-Sicherheitskräfte drängen die Menschen nach draußen

"Wir kämpfen hier für unsere Kinder" skandierten die Mitglieder mehrerer Umweltorganisationen am Mittwochnachmittag vor dem großen Plenarsaal auf der Madrider Klimakonferenz. Der Protest war unangemeldet, aber friedlich. "Step up, pay up", also "geht voran, zahlt zurück", war das Motto der Aktion. Aber die einzigen, die voran gingen, waren die UN-Sicherheitskräfte. Sie drängten die etwa 200 Aktivisten zurück, sie alle verloren zunächst ihre Zugangsberechtigung zu der Klimakonferenz in Madrid.

Laut Betroffenen gingen die Sicherheitskräfte dabei nicht zimperlich vor. "Wir fanden uns draußen in der Kälte wieder, viele ohne Jacke. Eine indigene Mutter, die ihrem Baby die Brust geben muss, wurde nicht wieder hereingelassen", heißt es in einem Statement. "Wir wurden rausgedrängt, ohne Zustimmung angefasst und dann hieß es, wir könnten unseren Protest draußen weitermachen", so das Schreiben, das wetter.de vorliegt.

"Anstatt die Umweltverpester rauszuschmeißen, wurden die Menschen rausgeworfen"

Der Veranstalter der Konferenz, die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), rechtfertigte das Vorgehen. Man sei für die Sicherheit aller Teilnehmer zuständig. Außerdem hätten die Organisationen mit ihrem Protest gegen die Vorgaben der UN verstoßen, nach denen Störungen und unangemeldete Aktionen verboten seien. 

Die Umweltorganisation "350.org", die sich für einen schnellen weltweiten Kohleausstieg einsetzt, reagierte gereizt: "Anstatt die großen Umweltverpester rauszuschmeißen, wurden die Menschen rausgeworfen. Anstatt uns zuzuhören, versuchten sie uns mundtot zu machen. Dabei wollten wir den Prozess gar nicht blockieren, sondern nach vorne bringen."

Am Mittwoch wurden für alle Verhandlungen keine Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen mehr zugelassen. Die UNFCCC erklärte aber am Donnerstagmorgen, die Akkreditierungen den Betroffenen zurückgeben zu wollen.