Umstrittenes Unkrautgift Glyphosat wird für weitere fünf Jahre zugelassen

Glyphosat bleibt weiter zugelassen
Glyphosat bleibt weiter zugelassen Umstrittenes Unkrautvernichtungsmittel 00:00:26
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EU-Länder haben entschieden

Die EU-Länder haben die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat für weitere fünf Jahre gebilligt. Das teilte die EU-Kommission mit. 18 Mitgliedstaaten stimmten für eine Verlängerung, neun dagegen, ein Land habe sich enthalten. Damit sei die nötige Mehrheit erreicht.

Auch Deutschland stimmte für die Zulassung von Glyphosat

Die Verlängerung ist nicht nur bedeutend für Landwirtschaft und Verbraucher, sondern auch für den deutschen Chemieriesen 'Bayer', der den Glyphosat-Erfinder 'Monsanto' übernehmen will. Glyphosat ist ein sehr wirksames Unkrautgift und wird weltweit in großen Mengen in der Landwirtschaft eingesetzt. Einige Wissenschaftler sehen jedoch ein Krebsrisiko.

Nach mehrfachen Enthaltungen votierte auch Deutschland für eine weitere Nutzung des umstrittenen Mittels. "Mit unserer heutigen Zustimmung zur weiteren Zulassung von Glyphosat für fünf Jahre konnten wir wichtige Bedingungen durchsetzen", sagte Agrarminister Christian Schmidt (CSU) der 'Rheinischen Post'. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) protestierte scharf gegen das Vorgehen des Agrarministeriums. Sie habe Schmidt "telefonisch eindeutig erklärt, dass ich mit einer Verlängerung der Zulassung von Glyphosat weiterhin nicht einverstanden bin, auch nicht unter bestimmten Konditionen".

Das Unkrautgift Glyphosat ist hochumstritten

Mehr als eine Million Bürger in der EU haben gegen eine weitere Zulassung des Mittels unterschrieben. Das Verfahren um die Neuzulassung zog sich monatelang hin, weil sich im Kreis der Mitgliedsländer lange weder dafür noch dagegen eine ausreichende Mehrheit fand. Die EU-Kommission wollte zunächst eine Verlängerung um zehn, dann sieben, dann fünf Jahre. Damit setzte sie sich jetzt durch. Das Europaparlament hatte sich im Oktober dafür ausgesprochen, Glyphosat ab sofort nur noch sehr eingeschränkt zuzulassen und bis 2022 schrittweise zu verbieten.