Riesiger Baum stürzt auf Kleinbus - Insassen tot

Hochwasser, Sturm und Erdrutsche: Tote nach Unwetter in den Alpen

Dauerregen, Tornados, Schnee, Sturzfluten und Murenabgänge

Es sind unglaubliche Wassermassen, die sich in den Alpen zum Teil angesammelt haben. Ein sogenanntes Genua- oder Norditalientief hatte sich gebildet und war dann vom Norden Italiens einmal über das Hochgebirge hinweg gezogen. Tief „Marlis“ inmitten einer Vb-Wetterlage (sprich 5b), die vor allem der Schweiz, Italien, Österreich aber auch Polen krasse Regenfälle und Sturm bis hin zu Tornados brachte. Jetzt entspannt sich die Lage allmählich. Doch die Schäden durch Unwettertief „Marlis“ sind sehr groß. Sehen Sie mehr oben im Video und lesen Sie weiter.

Zuletzt brachte eine Vb-Wetterlage im letzten November den heftigen und sehr frühen Wintereinbruch in den Südalpen. Es ist und bleibt ein bedrohliche Wetterlage.

Insassen des Kleinbusses ohne Chance - mehr als 300 Liter pro Quadratmeter im Tessin

In Österreich gab es schon Tote zu beklagen: Beim Sturz eines Baumes auf einen Kleinbus sind im Burgenland an der Grenze zu Ungarn drei Menschen ums Leben gekommen. Bei den Opfern handelt es sich nach Polizeiangaben um drei Männer im Alter von 60, 64 und 70 Jahren. Außerdem wurden vier Insassen verletzt, darunter ein elfjähriges Kind. Die Eiche mit rund 70 Zentimeter Stammdurchmesser, die rund sechs Meter neben der Fahrbahn stand, war nach Angaben der Landespolizeidirektion Burgenland auf einer Höhe von zwei Metern in einem Sturm abgebrochen und hatte genau den fahrenden Kleinbus getroffen.

Auslöser ist das Unwettertief mit enormen Wassermassen. Hierzu RTL-Meteorologe Carlo Pfaff: „Wie befürchtet hat „Marlis“ dem Alpenraum teils sintflutartigen Regen, Überschwemmungen und Murenabgänge gebracht. In Bignasco im Tessin fielen 359 Liter pro Quadratmeter in 72 Stunden. Bei uns in Deutschland waren es beispielsweise in Oberstaufen im Allgäu 112 Liter pro Quadratmeter.“  Gerade die Regenmengen im Tessin sind aber natürlich extrem und entsprechen in etwa einem halben Jahresniederschlag von Berlin. Und das eben in nur 72 Stunden.

Tornado tobt kurz vor Mailand

Im Mailänder Vorort Rozzano entstand dieser Tornado.
Im Mailänder Vorort Rozzano entstand dieser Tornado. © imago images/Independent Photo Agency Int., FOTOGRAMMA via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Südtirol erlebte die heftigsten Unwetter des ganzen Sommers und wurde ebenso von den Wassermassen erfasst. Hier gab es am Wochenende insgesamt deutlich über 400 Feuerwehreinsätze mit mehr als 3000 Feuerwehrleuten im Einsatz. Nach Angaben aus der Region waren die Einsatzkräfte besonders in den Orten Neumarkt, Brandzoll und Salurn gefordert. Hier drohte der Fluss Etsch über die Ufer zu treten und den Ort Neumarkt zu überfluten. Außerdem musste eine Bahnstrecke und mehrere Straßen aufgrund von Überschwemmungen, Erdrutschen und Murenabgängen gesperrt werden. 

Auch in Österreich waren Stark- und Dauerregen vielerorts für Probleme verantwortlich. Im Zillertal gab es einen massiven Steinschlag. Wie es hieß, löste sich ein Brocken so groß wie ein Lkw KW löste sich weit oben vom Berg und schoss ins Tal.

Die Brenner-Autobahn in Südtirol gesperrt

Die Brenner-Autobahn (A22, Brenner - Verona) wurde am Sonntag ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Hier wurde der Abschnitte zwischen Bozen und San Michele in beiden Richtungen gesperrt. Grund war auch hier das Hochwasser im Fluss Etsch. Dieser ist nämlich an dieser Stelle über die Ufer getreten.

In Deutschland trifft es vor allem das Allgäu - aber auch den Osten

Im deutschen Alpenraum sind die Regenmengen nicht so dramatisch wie in den Südalpen. Der Schwerpunkt lag hier mit knapp über 100 Litern pro Quadratmeter rund um das Allgäu. Im Vergleich zum Tessin ist das also gut 1/3 der Regenmenge. Auch der Osten Deutschlands kommt im Vergleich zu den Südalpen glimpflich davon. Nichtsdestotrotz sind kleinere Flüsse und Bäche auch im Osten unseres Landes inzwischen zum Teil prall gefüllt.

Vb-Wetterlage erwischt auch das Erzgebirge

Auch die Schweiz wird dieses Wochenende von starken Regenfällen heimgesucht.
Auch die Schweiz wird dieses Wochenende von starken Regenfällen heimgesucht. © dpa, Alessandro Crinari, k_cgr lix alf

Die Niederschläge hatten sich ab Sonntagnachmittag bis ans Erzgebirge verlagert. „Mit erwarteten Regenmengen von 40 bis 70 l/m² bis Montagabend ist die Unwettergefahr hier eher lokal“, so RTL-Meteorologe Martin Pscherer. In Brandenburg und Sachsen werden die Regenfälle nach der langen Trockenheit eher dankbar aufgenommen werden. Da die Böden aber sehr trocken sind, wird das Wasser schnell abfließen. Deshalb besteht auch dort Überflutungsgefahr.

Norditalien wird voll getroffen: Dauerregen, Gewitter, Tornados

Norditalien kriegt das volle Brett ab: Gewitter, intensiven Dauerregen, eventuell sogar Tornados. Hier ein aktuelles Bild aus Mailand.
Norditalien kriegt das volle Brett ab: Gewitter, intensiven Dauerregen, eventuell sogar Tornados. Hier ein aktuelles Bild aus Mailand. © imago images/Independent Photo Agency Int., Maurizio Maule via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Hier die Wetteraussichten für den Alpenraum

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