Überschwemmungen in Baden-Württemberg: Ist der Klimawandel schuld?

Risikofaktor Starkregen

In der Statistik für jährlichen Niederschlag liegt Baden-Württemberg im Bundesdurchschnitt recht hoch. Für die Überschwemmungen der letzten Tage ist allerdings das Phänomen ausschlaggebend, dass eine große Regenmenge in einer kurzen Zeit fällt – dann spricht man von Starkregen (siehe Wetterlexikon).

Anstieg Niederschlagsextreme in den letzten Jahrzehnten
Zunahme der Starkregenereignisse im Zeitraum 1960 bis 2006

Solche Ereignisse hat es bereits vor dem Klimawandel gegeben, aber die Anzahl von Niederschlagsextremwerten hat bundesweit in den letzten Jahrzehnten zugenommen, wie die Grafik zeigt. In einigen Regionen Baden-Württembergs kommt es derzeit ungefähr an 20 Tagen pro Jahr zu Starkregenfällen mit einer Niederschlagsmenge von mindestens 20 Millimetern. Eine Studie des Umweltbundesamtes hält eine Zunahme dieser Ereignisse um bis zu sechs Tage (im südlichen Schwarzwald) in der nahen Zukunft (2021 bis 2050) für möglich.

Steigendes Unwetterpotenzial

Prognose über Anstieg der Niederschlagextreme
Mögliche Zunahme der Tage mit Starkniederschlag für die Nahe Zukunft

Ob ein Starkregen zu Schäden führt, hängt natürlich von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Fläche, auf der er niedergeht und im städtischen Bereich von der baulichen Infrastruktur. Außerdem sind Klimaphänomene so komplex, dass jede Statistik Raum für Interpretationen und Diskussionen lässt. Dennoch zeichnet sich der Trend zu einem wärmeren Klima immer deutlicher ab, und mit einem wärmeren Klima steigt auch das Unwetterpotenzial tendenziell an.