Überfüllte Krankenhäuser wegen Grippe: Patienten werden teilweise weggeschickt

In vielen Krankenhäusern sind die Betten voll
In vielen Krankenhäusern sind die Betten voll Notstand wegen Grippe 00:01:45
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Notaufnahmen wegen Grippewelle kurz vor dem Kollaps

Die Grippewelle ist noch nicht vorbei. Zwar werden nicht mehr so viele Menschen krank wie in den vergangenen Wochen, trotzdem müssen mittlerweile ganze Krankenhäuser schließen: Sie haben keinen Platz mehr. Einige Kliniken nehmen nur noch absolute Notfälle auf, in anderen werden Operationssäle geschlossen. Krankenwagen müssen Umwege fahren, um noch eine Klinik mit freien Betten zu erreichen. Und manche Notaufnahme steht kurz vor dem Kollaps. Wie dramatisch die Zustände teilweise sind und was das für Sie bedeutet, zeigt unser Bericht.

Pflegepersonal in Krankenhäusern arbeitet am Limit

Insgesamt sind in dieser Saison bereits mehr als 215.500 Menschen nachweislich an Grippe erkrankt. Die tatsächliche Zahl liegt deutlich höher, weil nicht von jedem Patienten Erregerproben analysiert werden.

Wegen der Grippewelle sind auch viele Ärzte und Pflegekräfte krank geworden. Und die, die noch da sind, arbeiten am Limit. Um den Pflegenotstand in den Griff zu bekommen, werden an manchen Krankenhäusern alte Kollegen, Rentner im Ruhestand angerufen und reaktiviert.

Die Leiterin des Gesundheitsamtes der Region Kassel, Karin Müller, appellierte an alle Patienten, geplante Operationen wenn möglich zu verschieben. Die Krankenhäuser bräuchten dringend ihre Kapazitäten für akut schwer erkrankte Menschen, teilte die Stadt Kassel mit.

Ein Grund für die Krise ist, dass viele Menschen nicht gut genug geimpft wurden, sagen Mediziner. Denn erst gegen Ende der Grippewelle stehe ein besserer Impfstoff, der sogenannte Vierfach-Schutz, in ausreichenden Mengen zur Verfügung.

Ärzte raten, sich nach einer überstandenen Grippe richtig auszukurieren. Das Immunsystem sei dann noch deutlich geschwächt.