Trog über Westeuropa: Warum es bei nicht winterlich wird

Trog über Westeuropa
Die hohen Wellen und die vielen Niederschläge sind eine Folge der Großwetterlage. © Aled Llywelyn / Splash News

Ein Tief nach dem anderen entsteht

Was hat ein Trog mit unserem Wetter zu tun? Eine ganze Menge, denn dieser Trog ist dafür verantwortlich, dass es bei uns derzeit einfach nicht winterlich werden will.

'Trog über Westeuropa' (TrW) nennen die Wissenschaftler die derzeit herrschende Großwetterlage. Darunter versteht man eine stabile mehrere hundert Kilometer umfassende, West-Ost-Strömung in den mittleren Breiten. Auf der Nordhalbkugel entstehen diese Tröge immer dann, wenn

Polarluftmassen südwärts vorankommen.

Diese Wetterlage verhindert einen echten Winter, bringt aber die zahlreichen Niederschläge an die europäische Westküste und ist für die meterhohen Wellen wie auch die ergiebigen Schneemassen an den Südalpen zuständig.

Und hier die Erklärung: Da der Luftdruck mit der Höhe in kalter Luft rascher als in warmer Luft abnimmt, herrscht in derselben geometrischen Höhe in einer Polarluftmasse ein tieferer Druck als etwa im Falle subtropischer Luft. Tröge mit hoch reichender Kaltluft, im Meteorologenslang auch gern als "höhenkalte" Luft bezeichnet, fungieren folglich als Tiefdruckgebiete in der mittleren und höheren Troposphäre.

Ihr Verhalten, also das "Mitschwimmen" in der Westwinddrift oder aber ihr Verharren als stehende oder gar rückläufige Wellen, steuern die Bildung und Verlagerung der Tiefdruckgebiete am Boden. Vereinfacht gesagt wird dort, wo der Luftdruck in der Höhe fällt, aus Kontinuitätsgründen Luft aus bodennahen Schichten angesaugt und ein Tiefdruckgebiet entsteht oder ein bestehendes wird forciert.

Die an der Trogvorderseite induzierte Vertikalbewegung (im Fachjargon

"Hebung" genannt) bewirkt Wolken und Niederschläge. Außerdem begegnen sich bei Trogwetterlagen kalte Luft polaren Ursprungs und relativ warme atlantische oder mediterrane Luftmassen auf engem Raum.

Markante Temperaturunterschiede bewirken große Luftdruckgegensätze,

daher zeichnen sich Tröge durch starke bis stürmische Winde aus, bis

hin zu Orkanböen bei entsprechend heftigen Entwicklungen.

Und genau diese Stürme, die bei stabilen winterlichen Hochdrucklagen nicht vorkommen, beeinträchtigen derzeit unser Leben. Ohne die kalten Luftmassen aus dem Osten wird es in diesem Winter nichts mehr mit niedrigen Temperaturen und Schnee bis ins Flachland.

(mit Material vom DWD)