Trockenheit: Was hat der Herbst-Regen in unseren Wäldern bewirkt?

Was hat der Herbst-Regen in unseren Wäldern bewirkt?
Was hat der Herbst-Regen in unseren Wäldern bewirkt? Trockenheit: Vorher-Nachher-Test 01:35

Trockenheit im Vorher-Nachher-Test - Sind wir über'n Dürre-Berg?

Der Regen in der ersten Oktoberhälfte ist so gut wie überstanden. Gut so, denn der Boden war extrem durstig. Wie sehr die Niederschläge die tiefe Trockenheit in unseren Böden gemildert hat, haben wir mal testen lassen. Uwe Wessel und Friedrich Sloot vom Forstamt Weser-Ems der Landwirtschaftskammer Niedersachsen haben für uns schon vor drei Monaten eine Bodenprobe genommen. Nun haben wir erneut nachgeschaut.

Gute Nachrichten für die ersten 25 Zentimeter Boden

Die Bodenfeuchte in Deutschland am 24.09.2019
Fast schon bedrohlich trocken waren die Böden noch im Juni. Hier die Bodenfeuchte vom 24.6.2019 © RTL Interactive, UFZ

Die Bodenfeuchte bis in 25 Zentimeter Tiefe hat sich durch den Oktoberregen gut erholt. Ganz anders sah das noch im Juni aus.

Die Bodenfeuchte in Deutschland am 06.10.2019
Die Bodenfeuchte in Deutschland vom 06.10.2019 © RTL Interactive, UFZ

Trockenheit offiziell beendet

Auch bei den Flusspegeln liegen nur noch einzelne Messwerte an Elbe, Havel und Oder unterhalb des mittleren Niedrigwassers. Somit gilt die agrarmeteorologische Trockenheit in ganz Deutschland als beendet, vermeldet der Deutsche Wetterdienst. Relativ gut gefüllt ist auch der Rhein. Dieses Jahr liegt der Pegel in Köln bei über 2 Meter, im Jahr 2018 lag der Pegel nur bei knapp 70 Zentimeter.

In den ganz tiefen Bodenschichten ist der Notstand noch da

Die Dürre in 180 cm Tiefe ist noch lange nicht vorbei (Bild UFZ vom 07.10.)
Die Dürre in 180 cm Tiefe ist noch lange nicht vorbei (Bild UFZ vom 07.10.) © RTL Interactive

Nicht ganz so gut sieht es in Bodenschichten bis 1,80 Meter und darunter aus. Zwar gab es auch hier eine leichte Besserung, aber die extreme und außergewöhnliche Dürre überwiegt in Deutschland noch immer.

Denn zum einen braucht die Feuchtigkeit wesentlich länger, bis sie hier ankommt, zum anderen muss noch deutlich mehr Regen fallen, damit er auf dem Weg nach unten nicht wieder aufgebraucht wird. Das heißt wiederum, dass noch Hunderte von Litern fehlen (500 bis 1.000 Liter) und es eigentlich bis Februar durchregnen müsste, um das Defizit auszugleichen und das Grundwasser wieder aufgefüllt wird. 

Das ist in den Böden wirklich los

Ganz simpel. Wetter-Experte Bernd Fuchs zeigt uns, wie man sich das mit der Trockenheit in den Böden so vorstellen kann. Und - warum der Regen einfach nicht ganz tief unten ankommt.

Es müsste ein halbes Jahr lang regnen
Es müsste ein halbes Jahr lang regnen So trocken ist es noch 02:39

Mehr Informationen zum Thema Trockenheit 2019 finden Sie in der Dokumentation Wüstenstaat Deutschland bei TV-NOW.