Trockenheit in Deutschland: Endlich fällt Regen, doch für die Getreideernte ist es zu spät

06.07.2018, Sachsen, Arzberg: Landwirt Geert Brandtner steht auf einem seiner Weizenfelder in Nordsachsen, in dem in Folge der Trockenheit Risse zu sehen sind. Das sächsische Landwirtschaftsministerium und der Landesbauernverband informierten über di
Landwirt Geert Brandtner steht auf einem seiner Weizenfelder in Nordsachsen, in dem in Folge der Trockenheit Risse zu sehen sind. © dpa, Sebastian Willnow, wil lof

Landwirte hoffen auf Landregen - "Drei Tassen Wasser helfen nicht"

Endlich Regen: Die Niederschläge werden von Landwirten, Landschaftsgärtnern und Baumschulen heiß ersehnt. Ob sie wirklich helfen und den Pflanzen von Nutzen sind, können die Fachleute aber noch nicht sagen. 

Die Samen brauchen Wasser

"Es hilft niemandem, wenn jetzt drei Tassen Wasser fallen", sagte der Sprecher der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Walter Hollweg, am Dienstag in Oldenburg. Benötigt wird jetzt ein gleichmäßiger Landregen. Ob es dazu kommt, muss sich noch zeigen.

Für die Getreideernte kommt der Regen ohnehin zu spät, so Hollweg. Bis zu 20 Prozent weniger Getreide als im Mittel vieler Jahre, mancherorts sogar weniger als die Hälfte der üblichen Erntemenge könnte die Folge der Trockenheit sein. "Der Mais aber braucht händeringend Wasser, und nicht nur drei Tropfen." Das sei bei Kartoffeln und Zuckerrüben, die nicht beregnet werden, genau das Gleiche. Zwischenfrüchte, die Landwirte gegebenenfalls auf den abgeernteten Getreidefeldern pflanzen wollen, sind bei dieser trockenen Wetterlage zum Sterben verurteilt. Die Samen benötigten Wasser, damit sie keimen und wachsen können. "Derzeit ist es staubtrocken auf den Feldern."

Wenn der Regen nun wolkenbruchartig herunterkommen würde, ist das auch nicht ideal, besonders für Hanglagen. Immerhin verringert das kühlere und feuchtere Wetter die Waldbrandgefahr deutlich. "Der Regen wird dazu führen, dass die Vegetationszonen feucht werden - auch das ist eine positive Begleiterscheinung". Nachhaltig werden die wenigen Tage mit Regen jedoch nicht sein. Um der Trockenheit auf den Feldern etwas entgegenzusetzen, müsste es mehrere Tage dauerhaft regnen. 

Schon am Wochenende ist es wieder trocken

Die Temperaturen gehen schon ab Donnerstag wieder nach oben und auch das kurze Regen-Intermezzo ist dann fast überall wieder zu Ende. Am Wochenende ist der Hochsommer wieder da und die Trockenheit setzt der Natur, den Landwirten und der Brandgefahr weiter zu. Wie genau es mit dem Wetter in den nächsten sieben Tagen weitergeht, erfahren Sie hier.