Im Osten ist der November schon zu nass

Hat der Regen gereicht? Wie sieht es in den Wäldern und beim Grundwasser aus?

Das letzte zu nasse Jahr war 2017

Die schlimme Trockenheit, die die beiden Dürre- und Hitzesommer 2018 und 2019 brachten, hat unsere Wälder an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. 2020 und 2021 brachten etwas Linderung, doch auch 2020 fiel insgesamt nicht genug Regen. Wie sieht es also aus in unseren Böden? Können sich die Wälder erholen, hat sich genug Grundwasser bilden können und haben die Niederschläge ausgereicht, um das Defizit auszugleichen?

Wo regnet es genau und wann? Unser Niederschlagsradar

Tiefe Bodenschichten viel zu trocken

Eine Dürre wie diese gab es in den letzten 250 Jahren nicht

Osten atmet etwas durch

ARCHIV - 25.04.2019, Brandenburg, Melchow: Trockene Rinde und Kiefernnadeln liegen auf dem Boden in einem Kiefernwald bei Eberswalde..
Unseren Wäldern geht es nach wie vor schlecht. Wasser ist in den oberen Schichten verfügbar, aber die Grundwasserneubildung stockt. Es muss noch mehr regnen.

Generell hat sich die Lage etwas beruhigt. Vor allem der im Osten jetzt schon zu nasse November bringt dort Linderung. Denn in Ostdeutschland war das Dürreproblem am größten. Dort sind aber in den ersten Novembertagen schon teilweise mehr als 120 Prozent des üblichen Regens gefallen. Das hilft.

Allerdings – um das Regendefizit der vergangenen trockenen Jahre wirklich auszugleichen – müsste der kommende Winter sehr viel Niederschlag bringen. Das letzte Jahr, in dem es überdurchschnittlich viel regnete, war 2017. Danach war es stets zu trocken. In den oberen Bodenschichten hat der Regen aus dem Sommer und dem Herbst geholfen, aber in tieferen Schichten ist es vielerorts noch viel zu trocken.

Mehr Regen ist nötig - vor allem im Westen bisher ein trockener November

Das hydrologische Jahr, also das Wasserjahr, beginnt am 1. November und endet am 31. Oktober. Jetzt ist also die Zeit, in der es regnen muss, damit die Grundwasserneubildung anlaufen kann. Der September und der Oktober waren auch schon wieder zu trocken. Und außer im Osten geizt auch der November mit Regen. Im Westen sind nur zwischen 12 und 20 Prozent des üblichen Solls bisher runter gekommen.

Deshalb, so das Klimaschutzministerium aus Rheinland-Pfalz, reiche der bisherigen Regen nicht zu einer „durchgreifenden Erholung von den Folgen der vergangenen Stressjahre“ aus. Die Grundwasserstände sind oft noch unterdurchschnittlich. Unsere Wälder zu schützen und resilient gegen Trockenstress zu machen, bleibt also eine große Aufgabe für die Politik. Daran können selbst solchen Sommer wie der abgelaufenen nichts ändern.

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(osc)