Dach abgedeckt, Autos umgeworfen

Tornado wütet im Münsterland

Tornado richtete schwere Schäden an

Abgetragene Dächer, umgestürzte Autos, entwurzelte Bäume: Im nordrhein-westfälischen Bocholt hat in der Nacht zum Mittwoch ein Tornado gewütet und schwere Schäden angerichtet. Zunächst war unklar, ob es sich tatsächlich um einen Tornado handelt. Laut unserer Meteorologen bestehe da aber kein Zweifel. 

Der Tornado richtete im Münsterland schwere Schäden an.
Der Tornado richtete im Münsterland schwere Schäden an. © RTL Interactive

Offenbar wurde niemand verletzt

Was für ein Schreck am Abend für die Anwohner im Münsterland. Durch den heftigen Wirbelsturm wurden Dächer komplett abgedeckt, Autos durch die Luft geschleudert und mehrere Bäume entwurzelt. "Ich hatte Panik, ich wusste nicht mehr, was ich machen soll", sagte eine Anwohnerin. Viele Bocholter seien aus dem Schlaf gerissen worden. 

Die Feuerwehr war mit insgesamt 14 Fahrzeugen und 90 Einsatzkräften in der Nacht im Einsatz. Verletzte gab es keine. "Wir können froh sein, dass das nachts passiert ist", so der Einsatzleiter der Feuerwehr Bocholt.

Laut Meteorologen wütete dort eine starke Windhose in einem Radius von 50 bis 100 Metern. Der Kern der Windhose sei im Bereich Heroldstraße, Herzogstraße, Markgrafenstraße gewesen.

Im ganzen Nordwesten Deutschlands hatten sich am Abend heftige Gewitter entladen - aber meist weniger Schäden angerichtet als befürchtet. 

Auch heute drohen wieder heftige Gewitter mit Unwetter- und Tornadopotential!

Und hier finden Sie die Aussichten für Pfingsten - besteht weiter Gewittergefahr?

In Belgien, Niederlanden und Frankreich ging die Post ab

Am Dienstagabend bzw. in der Nacht zum Mittwoch hatte sich über Frankreich eine massive Gewitterfront gebildet, die unter Verstärkung weiter Richtung Nordosten zog (wie Sie im Video unten erkennen können). Die Gewitter waren sehr blitzintensiv, so wurden zwischen 20:00 (04.06.) und 08:00 Uhr (05.06.) mehr als 58.000 Blitze über Mitteleuropa registriert. 

Außerdem kam es zu massiven Sturmschäden in Belgien, Niederlanden und Frankreich. Deutschland wurde von dem Schwerpunkt der Gewitterfront glücklicherweise verfehlt. Ansonsten wären die Schäden weitaus größer gewesen.   

Folgende Wetterstationen verzeichneten Orkanböen (>117 km/h):

  • Septsarges (Frankreich): 137 km/h
  • Rocroi (Frankreich): 131 km/h
  • Juist-Flugplatz (Deutschland): 126 km/h
  • Huibertgat Wp (Niederlande): 126 km/h