Tornado baut sich vor Korsika auf

Einheimische und Urlauber staunen über gewaltiges Naturspektakel

Imposante Aufnahmen vor der Küste Korsikas

Auf der französischen Ferieninsel Korsika spielte sich am Samstag ein seltenes Naturspektakel ab. Touristen konnten einen Tornado beobachten. Von der westkorsischen Stadt L'Île-Rousse hatte man die beste Sicht auf den imposanten Wirbelsturm. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Nach Tornado in Kiel, wütet Wirbelsturm auf Korsika

Tornado
Ein Tornado war diese Woche auch in Kiel zu sehen. Foto: Philipp Brandl/dpa © deutsche presse agentur

Ein Tornado hatte bereits unter der Woche Kiel überrascht. Dabei handelte es sich um eine sogenannte Windhosen, die sich über dem Wasser bildet – ähnlich wie vor Korsika.

Windhosen sind zu dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich, weiß RTL-Meteorologe Björn Alexander: „Tornados gehören genauso wie beispielsweise in den USA zum normalen Repertoire der Wetterküche. Allerdings sind sie in der Regel weniger stark und wenig häufig als in den USA. Nichtsdestotrotz gibt es auch in Deutschland Jahre, die über 400 Tornados beziehungsweise Tornado-Verdachtsfälle gebracht haben. Zum Beispiel im Jahr 2016."

Wie entsteht ein Tornado?

Ein Tornado entsteht bei extrem labilen Luftverhältnissen. Eine horizontale Luftströmung ersetzt die durch Konvektion, also vertikale Luftbewegung, aufgestiegene Luft. "Zutaten sind einerseits große Gewitterwolken, die ja auch immer für Aufwinde sorgen. Gleichzeitig braucht es aber auch noch eine weitere Zutat. Die sogenannte Scherung. Das bedeutet, dass der Wind in unterschiedlichen Höhen unterschiedlich stark weht oder dass er sich mit zunehmender Höhe in der Richtung ändert. Dann kann sich eine rotierende Windwalze bilden. Diese rotierenden Windkörper drehen sich zunächst einmal in horizontaler Richtung. Bildet sich nun in diesem Umfeld eine Gewitterzelle, dann kann sich der Rotationskörper aufrichten."

Ein Tornado kann innerhalb weniger Sekunden verschwinden oder sich über eine Stunde lang aufbauen und fortbewegen. An den Rändern des Sturms kann der Wind Geschwindigkeiten von bis zu mehreren hundert Kilometer pro Stunde erreichen. (kra)