Unser Meteorologe klärt auf

Tornado in Kiel: Wie ungewöhnlich ist ein solches Ereignis?

Spektakuläre Bilder aus Kiel - Sieben Verletzte bei Tornado an Ufepromenade

Da, wo sonst die Menschen gemütlich an der See entlang spazieren, hat am Mittwoch ein Tornado sein Unwesen getrieben. An der beliebten Kieler Uferpromenade „Kiellinie“ baute sich der Tornado auf. Sieben Menschen wurden dabei zum Teil schwer verletzt. Manche wurden förmlich in die Luft gehoben und ins Wasser geworfen. Wie ungewöhnlich ist ein solcher Tornado? Ist er vorhersehbar und kann man sich schützen? Wir klären auf.

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Wie ungewöhnlich ist ein solcher Tornado wie in Kiel bei uns in Deutschland?

Gegen 18 Uhr zog der Tornado über die Uferpromenade. Verletzt wurden vor allem Ruderer, die ihre Boote noch retten wollten. Ziemlich plötzlich baute sich die Windhose auf. Wie kommt das?

Unser Meteorologe Björn Alexander klärt auf: „Tornados sind in unseren Breiten nichts Ungewöhnliches. Sie gehören genauso wie beispielsweise in den USA zum normalen Repertoire der Wetterküche. Allerdings sind sie in der Regel weniger stark und wenig häufig als in den USA. Nichtsdestotrotz gibt es auch in Deutschland Jahre, die über 400 Tornados beziehungsweise Tornado-Verdachtsfälle gebracht haben. Zum Beispiel im Jahr 2016.“

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29.09.2021, Schleswig-Holstein, Kiel
Tornado über Kiel - gar nicht mal so ungewöhnlich.

Dazu Alexander: „Zutaten sind einerseits große Gewitterwolken, die ja auch immer für Aufwinde sorgen. Gleichzeitig braucht es aber auch noch eine weitere Zutat. Die sogenannte Scherung. Das bedeutet, dass der Wind in unterschiedlichen Höhen unterschiedlich stark weht oder dass er sich mit zunehmender Höhe in der Richtung ändert. Dann kann sich eine rotierende Windwalze bilden. Diese rotierenden Windkörper drehen sich zunächst einmal in horizontaler Richtung. Bildet sich nun in diesem Umfeld eine Gewitterzelle, dann kann sich der Rotationskörper aufrichten.“

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Woran kann der Laie erkennen, dass sich in einer Unwetterfront über ihm gerade ein Tornado zusammenbraut?

Die dunklen Wolken einer Gewitterzelle sind am 22.07.2015 bei Thalheim an der Grenze zwischen Thüringen und Sachsen zu sehen. Diese zog durch das Vogtland und traf im weiteren Verlauf mit voller Wucht auf das Erzgebirge. Heftiger Starkregen sorgte fü
Gewitterwolken, die farblich eher blau bis grünlich wirken, stehen in der Regel für heftige Unwetter und ein erhöhtes Tornadopotenzial.

„Eine Vorstufe des Tornados, den man an der Unterseite von Gewitterwolken sehen kann und der sich wie ein Trichter nach unten richtet, ist die sogenannte Funnelcloud. Erst wenn dieser Trichter bis zum Boden reicht, dann ist tatsächlich ein Tornado entstanden. Außerdem wirken solche Unwetter- und Gewitterwolken häufig grünlich. Im Raum Kiel kamen all diese Zutaten für einen Tornado zusammen: Eine sehr dynamische Strömung gepaart mit teils kräftigen Gewittern.“

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Wie stark war der Tornado in Kiel?

„Das muss tatsächlich in der Analyse vor Ort geklärt werden. Nach den Bildern vermutlich ein F1-Tornado. Also ein schwächerer Tornado, denn in der zugrunde liegenden Fujita-Skala liegen die heftigsten Wirbelstürme im Bereich F5. Nichtsdestotrotz erreichen die Winde bei einem F1-Tornado bis zu 180 km/h.“

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(osc)