Ein wahrer Albtraum: Cafégäste von Unwetter und Blitz überrascht

Tornados in Belgien und Frankreich - Extremwetter mit 17 Verletzten und zerstörten Gebäuden

Belgien, Beauraing: Blick auf ein Haus nachdem ein Tornado in der Nacht durch den Ort fegte und schwere Schäden erzeugte.
Unwetter in Belgien - ein Tornado verletzte 17 Personen, die meisten von ihnen waren Gäste eines Cafés. © dpa, Anthony Dehez, mbu

Dann schlägt auch noch ein Blitz ein

Es ging alles blitzschnell: Eben noch saßen die Gäste fröhlich im Café, wenige Momente später steckten sie alle in einem wahren Albtraum: Bei einem Tornado im südbelgischen Beauraing sind 17 Menschen leicht verletzt worden. Plötzlich frischte der Wind auf, entwickelte sich zu einer Trichterwolke und anschließend sehr wahrscheinlich sogar zu einem Tornado. Laut Meldung der belgischen Nachrichtenseite flanderninfo.be versuchten sich die Cafégäste verzweifelt festzuhalten. Schließlich habe ein Blitz einen Baum getroffen und dieser sei auf die Terrasse des Cafés gefallen.

Gut und einfach erklärt in unserem Wetter-Lexikon: Das ist ein Tornado

So wüteten die Unwetter in Deutschland und das erwartet uns noch

92 Gebäude beschädigt - zehn davon unbewohnbar

Belgien, Beauraing: Zwei Häuser sind nachdem ein Tornado, der in der Nacht durch den Ort fegte, abgedeckt.
Der Tornado beschädigte 92 Häuser. © dpa, Anthony Dehez, mbu nwi

"Einige Leute auf der Terrasse wurden verletzt", erklärte Bürgermeister Marc Lejeune im öffentlich-rechtlichen Rundfunk RTBF. 92 Gebäude wurden beschädigt, wie die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Stadtverwaltung berichtete. Bilder zeigen komplett abgedeckte Dächer, zerborstene Scheiben und kaputte Autos. Etwa zehn Wohnhäuser seien unbewohnbar, hieß es weiter. Beaureaing liegt an der französischen Grenze südlich der belgischen Stadt Namur.

Einen Tornadoverdacht gibt es auch aus Deutschland: Am 18. Juni ereignete sich womöglich bei Bad Wünnenberg ein Tornado. Das wird derzeit noch geprüft.

Auch in Frankreich gab es massive Unwetter

Auch in Frankreich haben am Wochenende Unwetter zu Zerstörungen geführt. So riss laut Presseagenturen ein Tornado in der kleinen Gemeinde Saint-Nicolas-de-Bourgueil die Spitze eines Kirchturms ab. Saint-Nicolas-de-Bourgueil liegt im Westen Frankreichs zwischen den Städte Tours und Nantes. Außerdem wurden aus anderen Teilen Frankreichs umgefallene Bäume, und überschwemmte Straßen und Keller gemeldet. Tausende Haushalte waren ohne Strom und der Zugverkehr war zeitweise stark eingeschränkt. Auch großer Hagel wurde gemeldet.

Wie häufig kommen Tornados eigentlich in Deutschland vor?

In Deutschland gibt es im Durchschnitt pro Jahr etwa 30 bis 60 bestätigte Tornados. Verdachtsfälle, die sich nicht durch Augenzeugenberichte, Bilder oder durch die entsprechenden Schäden am Boden klar dokumentieren lassen, sind deutlich häufiger. Insgesamt müssen wir hier mit einer Zahl um die 100 bis 200 rechnen. In manchen Jahren - wie zum Beispiel im Jahr 2016 - waren es sogar um die 400 Verdachtsfälle.

Woran kann ich erkennen, dass sich in einer Unwetterfront gerade ein Tornado zusammenbraut?

Eine Vorstufe des Tornados, den man an der Unterseite von Gewitterwolken sehen kann und der sich wie ein Trichter nach unten richtet, ist die sogenannte Funnelcloud. Erst wenn dieser Trichter bis zum Boden reicht, dann ist tatsächlich ein Tornado entstanden.

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(osc)