Tobis Radblog: Erste Ausfahrt - ein gelungener Start ins Wintertraining

Gruppenfoto vor dem Start an der Radfabrik
Gruppenfoto vor dem Start an der Radfabrik © rtl.de

Langsam, aber sicher: Der Winter kommt


Der Winter kommt. Okay, vielleicht erst mal der Herbst, aber dann. Und wer den Satz "der Winter kommt" kennt, weiß, dass man hier und da seine Vögelchen haben muss, die einem etwas flüstern, wenn man selbst nicht am Ort des Geschehens sein kann. Gut, wir gehen nicht mit Jon Snow jenseits der Mauer auf eine Mission, deren Ausgang ungewiss ist. Wer aber letztes Jahr im Wintertraining dabei war, weiß, dass es einem mitunter so vorkommt. Und wer bei der ersten Ausfahrt auch zum ersten Mal auf dem Rennrad sitzt oder zum ersten Mal in einer großen Gruppe fährt, dem mag die Tour wie ein Ausflug ins Ungewisse vorkommen.

Am Schreibtisch, nicht auf dem Rad

Da ich heute am Schreibtisch sitze und das Online-Königreich meines Arbeitgebers am Laufen halten muss, bin ich für die Ausfahrt auf das Zwitschern meines Vögelchens Pierre angewiesen. Immerhin bekomme ich das richtige Feeling, als ich mir den Weg zur Arbeit in Köln-Deutz durch den Startbereich des Köln-Marathons bahnen muss. Die Anspannung ist deutlich zur spüren. Ich bin froh, als ich das nervöse Treiben vor dem Startschuss hinter mir gelassen und mit meinem zweiten Kaffee dieses Tages am Schreibtisch Platz nehme. Meine Gedanken sind bei meinem Team. Das ist auch schon auf den Beinen und wird sich so langsam auf den Weg zum Treffpunkt an der Radfabrik machen, Pierre sogar schon eine ganze Weile, weil er – aus welchen Gründen auch immer – vorm Losfahren noch den Formel-1-Start in Japan schauen muss. Er hat großzügig geplant und ist 50 Minuten vor Start am Treffpunkt, kurz darauf gesellen sich Teamleiter Peter Zaun und seine Frau Inge Daniels, die gute Seele des Teams, zu ihm.

Erste kleine Unwägbarkeiten

Nach und nach kommen die ersten Teammitglieder. Neue oder Altbekannte? Pierre kann es nicht so genau sagen, die meisten tragen ihren Helm noch nicht, und für viele Radfahrer nehmen ihre Mitfahrer erst Gestalt an, wenn sie ihren Helm aufsetzen. Nervosität und Vorfreude machen sich breit, einige huschen noch schnell auf die Toilette, andere checken Klamotten und Trinkflaschen. Altbekannte Rituale an neuem Ort, denn die Gruppe trifft sich erstmals nicht am Profi-Shop Kunde, den Peter im Mai geschlossen hat und nun glorreiche Geschichte ist.

Während ich mich so interessanten Personen wie Brett Kavanaugh widmen darf, andere meinen, 42,195 Kilometer durch Köln laufen zu müssen, macht sich das Team auf die ersten knapp 37 Kilometer Wintertraining. Eine überschaubare Distanz, denn es geht zunächst erst mal ums Einpendeln und Kennenlernen. Einander und wie es so wird. Die Unwägbarkeiten. Zunächst mal die kleineren. Zum Beispiel ein platter Reifen. Die Aufgabe, einen solchen Zwischenfall zu provozieren, übernimmt Peter selbst, damit niemand peinlich berührt sein muss. Verbunden mit dem Hinweis, dass demnächst ein Material-Workshop ansteht, wo man lernt, wie man platte Reifen wechselt, lassen wir das mal locker als Werbung in eigener Sache durchgehen.

Nächste Woche: Endlich mitfahren

Ansonsten lief die erste Ausfahrt wohl reibungslos, wenn man Pierre glauben darf. Insgesamt ist die Gruppe eine Stunde und 40 Minuten auf den Straßen im Kölner Westen unterwegs. Ohne größere Herausforderungen, aber mit lecker Kuchen hinterher. Die erste Runde ist absolviert, ab nächsten Sonntag wird es dann ernst. Ich freu mich drauf, dann auch dabei zu sein. Ebenso wie Linda, deren Entwicklung und Ziele – ebenso wie die von Pierre und mir – sich durch die nächsten Blogs zum Projekt ziehen sollen. Ich bin gespannt.