Tiefer Luftdruck über Island, Hitzewelle Richtung Nordpol

Heftiger Orkan bringt Hitze zum Nordpol!

Bei Tief Eckard über dem Nordatlantik fiel der Kerndruck auf unter 930 Hektopascal (hPa). Die Folge: Ein extremer Orkan mit krassen Windgeschwindigkeiten, ein sehr hoher Wellengang westlich und nördlich von Island und dazu wird eine wahre Hitze Richtung Nordpol gepustet!

Heftiger Orkan bringt Hitze zum Nordpol!
Tiefer Luftdruck über Island, Hitzewelle Richtung Nordpol

Auch Spitzbergen wird von dieser irren Südströmung erfasst. Die Temperaturen steigen hier auf 0 bis 5 Grad an. Selbst am Nordpol kommen wir in den Bereich des Gefrierpunktes oder darüber. Am Nordpol ist der Winter aber normal minus 30 bis minus 40 Grad kalt. Zum Vergleich! Für Deutschland würde diese Steigerung Ende Dezember Temperaturen von plus 30 bis 40 Grad bedeuten! Unvorstellbar!

Tief Eckard ist ein richtiger Brummer. Normale Sturmtiefs haben im Schnitt einen Luftdruck von 980 hPa. Der tiefste Wert, der jemals in Deutschland gemessen wurde, lag bei 954,9 hPa am 27.11.1983 in Emden. Der verheerende Hurrikan Sandy in den USA hatte einen Tiefstwert von 940 hPa. Der tiefste Luftdruck weltweit wurde am 12.10.1979 bei Taifun Tip mit 870 hPa gemessen.

Über die Gründe dieser Wetteranomalie sind sich die Modelle und Forscher nicht ganz einig. Das in diesem Jahr extreme Wetterphänomen El Niño im Pazifik könnte eine Rolle spielen, außerdem wärmere Meere und instabile Jet Streams, das sind globale Starkwindbänder in großer Höhe. Winterstürme im Norden sind normal, aber nicht in dieser Stärke.

Temperaturen normalisieren sich wieder leicht

Nach den außerordentlich hohen Temperaturen in den vergangenen Tagen hat sich die Nordpolarregion wieder abgekühlt. Minus 15 Grad ist es derzeit wieder. Noch am Vortag hatten die Temperaturen bei null Grad gelegen. "Ursache war ein kleiner Warmluftvorstoß. Dem ist jetzt die Puste ausgegangen", so der DWD. Der Schwall warmer Luft werde schlicht nicht mehr so stark angeschoben in Richtung Norden. Gewöhnlich herrschen am Nordpol im Winter minus 30 bis minus 40 Grad. Es ist also immer noch viel zu warm. Auf der Inselgruppe Spitzbergen im Nordatlantik ist es noch plus fünf Grad warm, doch auch dort wird die Temperatur bis Montag fallen.

Die Temperaturen in der Polregion werden mit Hilfe von Bojen ermittelt. Direkt am Nordpol gibt es keine Wetterstation. Die am nächsten gelegene Landstation steht auf Spitzbergen 1500 Kilometer vom Pol entfernt.