Alle Zutaten für einen Subtropensturm

Entwickelt sich gerade ein Hurrikan über dem Schwarzen Meer?

Starke Regenfälle und Gewitter seit Tagen

Ein Höhentief über dem Schwarzen Meer könnte sich in den kommenden Tagen zu einem tropen-ähnlichen Sturm weiterentwickeln. Bereits seit Tagen ist das Wetter dort sehr von starken Regenschauern und Gewittern geprägt. Dieses Tief steht nun über dem durch die Hitzewelle im Süden- und Südosten Europas erwärmten Schwarzen Meer und hat alle Vorausetzungen für einen Subtropensturm.

Im Video: Ein Medicane zieht 2020 über Griechenland hinweg.

Bis 500 Liter Regen und Orkanböen möglich

HANDOUT - 21.08.2020, USA, -: Ein Tropensturm hat sich über dem Nordantlantik gebildet. Der Strum soll laut Vorhersagen bedrohlich für den US-Bundesstaat Florida und die Golfküste werden. Ein zweiter Sturm ist vom Pazifik auf eine mexikanische Halbin
Das Tief über dem Schwarzen Meer könnte sich zu einem echten Tropensturm entwickeln. (Symbolbild)

Am Schwarzen Meer könnte sich in den kommenden Tagen ein meteorologisches Monster entwickeln. Die Wettermodelle sind sich noch uneins, was die Details angeht. Je nachdem, welche Berechnungen sich am Ende bewahrheiten, drohen zum Teil schwerste Regenfälle. RTL-Meteorologe Björn Alexander erklärt: „Mengen von über 400, vielleicht sogar über 500 Liter pro Quadratmeter sind hier nicht auszuschließen. Das geht somit in Richtung des Jahresniederschlages von Berlin.“ Gleichzeitig sind Sturm-, vielleicht sogar Orkanböen möglich. Das European Storm Forecast Experiment (ESTOFEX) hatte bereits gestern zwei Gewitterschwerpunkte ausgemacht, einer davon betraf das Schwarze Meer.

„Das ist eine enorm brisante Wetterlage, die von der Entwicklung einem Tropensturm ähnelt. Sollten sogar Winde im Orkanbereich hinzukommen, dann wären die Bedingungen vergleichbar mit einem Hurrikan“, wie RTL-Meteorologe Björn Alexander weiß.

Wie kommt es zu dem Sturm?

Zum einen sind dafür die ständigen Gewitter verantwortlich des Tiefs verantwortlich, welches sich kaum von der Stelle bewegt. Die Luft in diesem Bereich wird immer feuchter und wird von dort in die Höhe gesogen und schließlich nach außen weggedrückt. Dadurch sinkt der Luftdruck über der Meeresoberfläche. Bei der momentanen Windarmut ordnen sich die Gewitter und Regenschauer um den warmen und wolkenarmen Kern des Tiefs herum an und rotieren immer schneller. Diese Gewitterspirale könnte sich so also zu einem Tropensturm entwickeln.

Mehr Unwetter zum Ende des Sommers?

Unwettergefahr laut ESTOFEX: Großer Hagel und Sturmböen sind die größten Gefahren
Die größte Unwettergefahr besteht nach ESTOFEX vor allem in Südfrankreich und im Alpenraum. Ein zweiter Schwerpunkt liegt über dem Schwarzen Meer.

„Normalerweise kommen solche Stürme etwa alle 10 Jahre in der Region vor. Aber in diesem Jahr ist es bereits das zweite Mal“, erklärt Alexander. Ein Grund könnten die überdurchschnittlich hohen Wassertemperaturen sein, die etwa 2 bis 4 Grad überm langjährigen Mittel liegen. Gewässer wie das Schwarze Meer sind durch die hohen Temperaturen in Südosteuropa wärmer als üblich. Das wiederum ist auch im Mittelmeer so, was dort ebenfalls für eine Verstärkung der Unwetteraktivität im Herbst führen könnte. Gerade der Ausgang des Sommers ist meist von einer erhöhten Gewitteraktivität begleitet.

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(kfb/bal)