Thomas Cook sagt alle Reisen für 2020 ab: Was wird nun aus dem geplanten Urlaub?

RTL-Reiseexperte Ralf Benkö erklärt, was das für Thomas-Cook-Kunden bedeutet

Der insolvente deutsche Reisekonzern Thomas Cook steht vor dem Aus. Der Veranstalter sagte am Dienstag Reisen für das kommende Jahr ab, auch wenn sie bereits ganz oder teilweise bezahlt sind. Für den RTL-Reiseexperten Ralf Benkö ist diese Meldung längst überfällig, denn so können Kunden nun entschädigt werden. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Nicht alle werden die volle Summe zurückbekommen. Im Video erklärt Ralf Benkö, warum Kunden, die ihre Reise mit Kreditkarte gezahlt haben, einen Vorteil haben.

Folgende Reiseanbieter sind betroffen

Reisen ab 1. Januar 2020 könnten aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht angetreten werden, teilte das Thomas Cook mit. Bislang galt der Reisestopp bis Ende Dezember 2019. Abgesagt sind Pauschalreisen der folgender Veranstaltermarken: 

  • Thomas Cook Signature
  • Thomas Cook Signature Finest Selection 
  • Neckermann Reisen
  • Öger Tours
  • Bucher Reisen
  • Air Marin
  • Sowie über Thomas Cook International gebuchte Trips

Für den Zeitraum bis September 2020 hatten früheren Angaben zufolge etwa 660.000 Urlauber gebucht.

Versicherungssumme wird nicht für alle Ansprüche reichen

Die von der Insolvenz betroffenen Feriengäste sollen von Dezember an entschädigt werden. Klar ist allerdings, dass die versicherte Summe bei weitem nicht ausreicht, und dass Geschädigte nur einen Teil ihrer Auslagen zurückbekommen.

Die deutsche Thomas Cook war nur bis 110 Millionen Euro beim Versicherer Zurich versichert. Zum Zeitpunkt der Insolvenz waren 140.000 Reisende unterwegs, die ihren Urlaub teils abbrechen mussten. Dazu kommen Gäste, die wegen des Reisestopps nicht starten können, ihren Urlaub aber schon an- oder voll gezahlt haben.

Wie bekommen Kunden ihr Geld von Thomas Cook zurück?

Für die Abwicklung der Ansprüchen hat die Zurich-Versicherung die Kaera AG beauftragt. Es werden nur Ansprüche bearbeitet, die über dieses Webformular eingereicht wurden. Allerdings teilte der Sprecher der Versicherungsgesellschaft Bernd Engelien bereits Anfang Oktober mit, dass die Versicherungsssumme nicht für alle Reisen ausreichen werde.

Geschäftsleitung von Thomas Cook will wenigstens Teile des Traditionsunternehmens retten

Bislang gebe kein belastbares Angebot für die Fortführung des Unternehmens als Ganzes oder für das Veranstaltergeschäft der Thomas Cook Touristik GmbH. Aus rechtlichen Gründen wird daher die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs der Thomas Cook Touristik GmbH, zu der Neckermann Reisen, Air Marin und Thomas Cook Signature gehören, zum 1. Dezember 2019 vorbereitet, wie das Unternehmen bereits mitgeteilt hatte.

Die Geschäftsleitung und die vorläufigen Insolvenzverwalter versuchten dennoch unter Hochdruck, noch bis zum Monatsende jede sich bietende Chance für den Erhalt des Traditionsunternehmens zu nutzen. Konkrete Angebote gebe es für die Bucher Reisen & Öger Tours GmbH, trotzdem könne die Durchführung der gebuchten Reisen nicht gewährleistet werden. Konkurrent DER Touristik wiederum strebt die Übernahme der Hotelmarke Sentido und den Kauf der Reisebüro-Franchisemarke Holiday Land an.

Der Reisekonzern war in den Sog der Pleite der britischen Mutter geraten. Die deutsche Thomas Cook hatte am 25. September Insolvenzantrag gestellt.