Dem Schnee geht es an den Kragen

Tauwetter und Regen: Müssen wir jetzt mit Hochwasser rechnen?

Januar 2021: So viel Schnee wie selten in den letzten Jahren

Die Schneelage in den Mittelgebirgen war zuletzt so gut wie seit Jahren nicht mehr. Doch nicht nur, dass die Skifahrer wegen Covid-19 in die Röhre gucken, ausgerechnet jetzt folgt Tauwetter und die Schneefallgrenze steigt vorübergehend auf über 1.000 Meter an. Gleichzeitig bringen Tiefdruckgebiete wiederholt Regen mit teils heftigen Mengen. Folgt für uns jetzt eine große Hochwasser-Lage?

Die Ausgangslage ist schneereich wie selten in den letzten Jahren

Auf dem Feldberg im Schwarzwald liegen rund 1,20 Meter Schnee. Sämtliche Mittelgebirge sind ebenfalls tief verschneit. Selbst am Bodensee liegt reichlich Schnee. Das kommt in dieser Form nur alle paar Jahre vor. Und in Zeiten den Klimawandels sogar noch seltener. Ist aber diese Schneelage und das einsetzende Tauwetter Grund genug für ein großes Hochwasser? „Nein”, sagt beispielsweise RTL-Meteorologe Björn Alexander.

 Konstanz, im Winter mit Schnee.
Ein seltener Anblick: Winterstimmung in Konstanz bei den Bodenseeschiffen. © imago images/bodenseebilder.de, bodenseebilder.de via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Vorerst kein großes Hochwasser in Sicht

RTL-Meteorologe Alexander führt weiter aus: „In den Flüssen, Seen und Talsperren ist noch reichlich Platz. Somit kann das Schmelzwasser sicherlich noch gut aufgenommen werden. Ein großes Hochwasser zum Beispiel an den Strömen wie am Rhein droht dementsprechend nicht. Aber kleinere Überflutungen an Bächen und überschwemmte Wiesen sind natürlich ohne weiteres möglich.”

Was müsste passieren, dass es doch für ein größeres Hochwasser reicht?

Hierzu ist die Expertenmeinung relativ einhellig. Denn für ein größeres Hochwasser im Winter oder im Frühjahr braucht es in der Regel mehrere Komponenten. Also starkes Tauwetter und gleichzeitig viel Regen. Auch müsse das Tauwetter sehr massiv sein. Und davon sind wir derzeit weit entfernt. Zwar wird es ja zur Wochenmitte spürbar milder. Aber ab Freitag fällt der Schnee schon wieder bis auf 500 Meter runter. Mehr dazu lesen Sie in unserem 7-Tage-Wettertrend.

Aber Vorsicht: Ganz gebannt ist die Lage noch nicht

Hochwasser am Rhein
Ein Jahrhunderthochwasser am Rhein wie 1993/1994, das auch das Weihnachtshochwasser genannt wird, ist erst einmal nicht zu erwarten. © dpa, Federico Gambarini, fg gfh

Es gibt noch einen Punkt, auf die uns die Meteorologen derzeit hinweisen: Sollte es im Anschluss an unser Wochenende nochmals Tauwetter in Kombination mit viel Regen geben, dann würden die Pegelstände sicherlich deutlich ansteigen.

Wie viel Regen ist denn überhaupt noch möglich im Januar 2021?

Björn Alexander: „Je nachdem, welches Wettermodell wir zur Grundlage nehmen, sind schon noch extreme Niederschlagssummen drin.“ Nach dem Amerikanischen Wettermodell sind bis zum Monatswechsel in den Staulagen der westlichen Mittelgebirge sowie im Bereich Schwarzwald zum Teil deutlich über 100 Liter pro Quadratmeter möglich. Zudem in der Westhälfte verbreitet 40 bis 60 Liter pro Quadratmeter. „Sollte das in Kombination mit milder Luft passieren, dann müsste man die Lage sicherlich neu beurteilen.

Unsere Wettertrends und Langfristprognosen

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-Themen haben, so können wir Ihnen den 7-Tage-Wettertrend ans Herz legen mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht brauchen Sie aber auch unsere Langfristprognose von ECMWF und CFS.

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