Jährliche Vogelversammlung stinkt den Einwohnern

Tausende Stare kacken Wiesbaden voll - Stadt reagiert mit Böllern und Warnschreien

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Mit Vogelkot bedecktes Auto in Wiesbaden © RTL Hessen

Invasion der "Kackvögel"

Da ist der Begriff „Kackvogel“ doch wirklich angebracht: In Wiesbaden plagen derzeit um die 3.000 Stare die Bewohner. Einmal im Jahr fallen die Zugvögel in die hessische Hauptstadt ein und hinterlassen bleibende Erinnerungen in Form von Kot. 

5500 Euro für die Extareinigung

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Wiesbadener Anwohner schützt Auto vor Vogelkot © RTL Hessen

Bis jetzt kostet die Stadt die zusätzlich notwendige Reinigung von Flächen und Gebäuden schon 5.500 Euro; geputzt wird mehrmals die Woche. Es finden regelmäßige Reinigungsrundgänge statt, „um zumindest einen Teil des Spielplatzes bespielbar zu halten", sagt uns Marco Langer vom Grünflächenamt Wiesbaden. Anwohner können ihre Autos inzwischen nur noch mit einer notdürftigen Abdeckung schützen.

"Es riecht hier wie im Zoo"

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Oliver Weirich, Vogelschutzbeauftragter Wiesbaden © RTL Hessen

Der Geruch des Vogelkots „mache viele Anwohner fertig nach all den Jahren“, klagt Wiesbadens Vogelschutzbeauftragter Oliver Weirich im Interview. Auch er sieht die Notwendigkeit, die Plage der Stare zu bekämpfen. Und dafür fährt die Stadt harte Geschütze auf.

Böller und Greifvögelstimmen als Gegenmaßnahme

Warn- und Angstschreie von Staren sowie Greifvogelstimmen über Lautsprecher sollen den Staren das Leben auf Wiesbadens Straßen und Bäumen ungemütlich machen. Doch die Vögel scheinen unbeeindruckt, daher regieren die Verantwortlichen mit Böllern. „Das hat wunderbar funktioniert. Wir können ganz gezielt, wenn der Scharm ankommt, Böller zünden, sodass die merken, das gilt uns. Immer wenn wir uns nähern, knallt es“, erklärt Oliver Weirich. 

Aufenthalt kann noch Wochen dauern

Doch so ein Star ist ein Gewohnheitstier. Wenn er es sich einmal gemütlich gemacht hat, lässt er sich so schnell nicht vertreiben. "Und entsprechend rechne ich damit, dass es einige Tage, wenn nicht sogar Wochen dauern kann. Da stellt sich die Frage, ob wir so den langen Atem haben hier so lange weiter zu machen."