Taifun "Mangkhut" vergräbt 50 Bergleute: "Wir glauben zu 99 Prozent, dass die eingesperrten Leute tot sind"

Mit bloßen Händen graben die Helfer nach den Arbeitern

"Wir glauben zu 99 Prozent, dass die eingesperrten Leute tot sind": Laut dem Bürgermeister von Itogon hat sich in seiner Stadt ein Drama ereignet. Bis zu 50 Bergleute sollen während des Taifuns "Mangkhut" begraben worden sein. Auch in China steigt die Zahl der Opfer. 

"Wir machen weiter, bis wir alle Körper gefunden haben."

Unter Schlamm und Schutt suchen Rettungsteams im Norden der Philippinen nach Dutzenden Opfern von Taifun "Mangkhut". Einsatzkräfte in der Stadt Itogon gruben am Montag mit Schaufeln, Hacken und teils auch mit bloßen Händen in dem Schlamm, der mit Steinen, umgestürzten Bäumen und Schutt vermischt ist. Hier begrub eine Schlammlawine, ausgelöst durch heftige Regenfälle, eine Unterkunft von Bergbauarbeitern. 

"Wir machen weiter, bis wir alle Körper gefunden haben." Itogon liegt in der Provinz Benguet im Norden des südostasiatischen Landes, 198 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila. 

Dramatische Verwüstungen auf den Philippinen - Baugerüst umgestürzt

Rescuers search for people trapped in a landslide caused by Typhoon Mangkhut at a small-scale mining camp in Itogon, Benguet, in the Philippines, September 17, 2018. REUTERS/Erik De Castro
Mit bloßen Händen graben die Helfer nach den etwa 50 vermissten Bergarbeitern, deren Siedlung von einer Schlammlawine niedergewalzt wurde. © REUTERS, ERIK DE CASTRO, EDC/LP

Nach Regierungsangaben sind auf den Philippinen mindestens 58 Menschen durch den Taifun gestorben, der die Philippinen am Samstag heimgesucht hat. Weitere 49 wurden vermisst. Die Zahl der Opfer durch "Mangkhut" an der Südküste Chinas ist auf vier gestiegen. Wie die chinesische Katastrophenschutzbehörde am Montag mitteilte, hinterließ der Sturm in der Provinz Guangdong die schlimmsten Schäden. Drei Menschen wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen. Ein Mensch starb, weil ein Gebäude einstürzte. Am Vorabend war zunächst von zwei Toten die Rede gewesen. Die Aufräumarbeiten liefen noch in der Nacht an, wie staatliche Medien berichteten.

Vielerorts blieben Schulen geschlossen. Entwarnung wurde wegen anhaltender starker Regenfälle noch nicht gegeben. "Mangkhut" hatte in China und in Hongkong am Sonntag vielerorts große Verwüstungen angerichtet. Große Teile der Südküste sowie die Millionenmetropole Hongkong kamen beinahe vollständig zum Stillstand. Hunderte Flüge wurden gestrichen, der Nahverkehr eingeschränkt und mehr als 2,4 Millionen Menschen in Sicherheit gebracht, wie chinesische Staatsmedien berichteten. Fernsehsender zeigten Bilder von überfluteten Straßen und starken Regenfällen, die sich über der Region entluden. Heftiger Wind riss Bäume um, zerstörte Fensterscheiben und brachte Baugerüste zum Einsturz. Allein in Hongkong wurden laut der Zeitung "South China Morning Post" mehr als 200 Menschen mit Verletzungen behandelt. 

Jedes Jahr etwa 20 Taifune

Die Philippinen werden jedes Jahr von etwa 20 Taifunen heimgesucht. Einer der stärksten der vergangenen Jahre war "Haiyan" im November 2013. Damals starben mehr als 6.300 Menschen, mehr als vier Millionen verloren ihr Zuhause.