Taifun "Mangkhut" trifft Philippinen hart – nun nimmt der Wirbelsturm Kurs auf China

Supertaifun
Supertaifun "Mangkhut" trifft auf Philippinen Bis zu zehn Millionen Menschen betroffen 00:34

Mindestens vier Tote

Während Hurrikan "Florence" an der Ostküste der USA wütet, hat Taifun "Mangkhut" mit voller Wucht die Philippinen getroffen. Mehr als vier Millionen Menschen waren nach Angaben der Behörden vom Samstag ohne Strom. Helfer und Kinder starben. 

"Mangkhut" zieht weiter in Richtung China

"Mangkhut" wird die chinesische Küste Sonntagmorgen (unserer Zeit) ungefähr zwischen Hainan und Hongkong erreichen. Dann wahrscheinlich noch als Taifun der Kategorie 4 mit Windgeschwindigkeiten um 210 km/h und Böen bis 260 km/h.

Im Südchinesischen Meer wurden laut der Nachrichtenagentur Xinhua rund 3.000 Arbeiter von ihren Arbeitsplattformen in Sicherheit gebracht. Außerdem ordneten die Behörden an, dass mehr als 6.000 Schiffe zurück in die Häfen fahren sollen. Einige Fährverbindungen wurden ebenfalls eingestellt.

Die Provinzregierungen warnten vor schweren Regenfällen, Überschwemmungen und Erdrutschen. Auch die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong bereitet sich auf die Ankunft des Sturms vor. Behörden warnen die Hongkonger, sich "auf das Schlimmste" einzustellen.

Supertaifun "Mangkhut" ist um einiges stärker als Hurrikan "Florence"

People are seen inside an evacuation centre in preparation for Typhoon Mangkhut in Cagayan, Philippines, in this September 13, 2018 photo by LGU Gonzaga Cagayan from social media. LGU Gonzaga Cagayan/Social Media/via REUTERS     ATTENTION EDITORS - T
In Evakuierungszentren harren die Menschen vor dem Supertaifun aus. © REUTERS, SOCIAL MEDIA, wy/wy

"Mangkhut" ist mit Böen von bis zu 255 km/h der stärkste Taifun, der die Philippinen in diesem Jahr heimgesucht hat. Am Freitag bewegte er sich mit etwa 30 km/h in nordwestlicher Richtung auf den äußersten Norden der Inselgruppe zu.

Bereits die Vorboten des Sturms hatten den Norden der Philippinen hart getroffen. In Teilen der Provinzen Cagayan und Isabela fiel der Strom aus, zahlreiche In- und Auslandsflüge wurden gestrichen. Der Schiffsverkehr wurde eingestellt, mehr als 4.500 Passagiere strandeten in Häfen. Mehr als 800.000 Bewohner der besonders betroffenen Küstenregion wurden aufgerufen, Notunterkünfte aufzusuchen.

In der Nacht zu Samstag war der Riesensturm mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 205 km/h und Böen von mehr als 330 km/h auf Land getroffen. In den Provinzen Cagayan und Isabela entwurzelte "Mangkhut" Bäume, sorgte für Stromausfälle und beschädigte Gebäude. 

Von den Philippinen wurden zunächst vier Todesopfer bekannt. Die Behörden gingen allerdings von einer höheren Opferzahl aus. Zwei Helfer starben, als sie von einer Schlammlawine in der Stadt Itogon verschüttet wurden. Dort kam nach Angaben von Bürgermeister Victorio Paladan auch ein 13 Jahre altes Kind ums Leben. Im Großraum Manila ertrank ein Mädchen in einem Hochwasser führenden Fluss.

Die Zahl der Opfer werde vermutlich noch steigen, sagte der Chef des philippinischen Rats für Katastrophenschutz, Ricardo Jalal. Berichte aus betroffenen Regionen erreichten die Behörden nur schleppend, Rettungskräfte hätten viele Gebiete noch nicht erreicht.  

Insgesamt sollen mindestens 5,2 Millionen Menschen auf den Philippinen von dem Sturm betroffen sein. Das Rote Kreuz der Philippinen geht aufgrund der Zerstörungskraft sogar von bis zu zehn Millionen Betroffenen aus.

1975 starben 100.000 Menschen durch Taifun "Nina"

Jedes Jahr treffen etwa 20 Wirbelstürme auf den südostasiatischen Inselstaat. "Mangkhut" ist der bislang stärkste in diesem Jahr. Am folgenschwersten im 21. Jahrhundert war Taifun "Haiyan" im Jahr 2013. Damals starben mehr als 6.300 Menschen, mehr als vier Millionen verloren ihr Zuhause. Als tödlichster Taifun des 20. Jahrhunderts ging Taifun "Nina" in China im August 1975 in die Geschichte ein. Bis zu zehn Meter hohe Flutwellen töteten damals 100.000 Menschen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Hurrikan und einem Taifun?

Zwischen einem Hurrikan und einem Taifun gibt es keinen Unterschied, sie beschreiben beide das gleiche Wetterphänomen. Lediglich ihre geografische Lage ist für den Namen entscheidend. Im Atlantik und Nordpazifik werden die Stürme als Hurrikan bezeichnet, in Ost- und Südostasien sowie im Nordwestpazifik werden die Stürme Taifune genannt.

Seit 2009 werden Taifune vom Hongkong Observatory abhängig von ihrer mittleren Windgeschwindigkeit in drei Kategorien eingeteilt: Taifun (118 bis 149 km/h), schwerer Taifun (150 bis 184 km/h) und Supertaifun (ab 185 km/h).