Taifun "Mangkhut" erreicht das chinesische Festland und verwüstet Hongkong

Behörden rechnen mit etwa 100 Todesopfern auf den Philippinen

Taifun "Mangkhut" hat am Wochenende auf seinem Weg durch Südostasien seine ganze Zerstörungskraft gezeigt. Besonders hart traf der bisher stärkste Wirbelsturm des Jahres die Philippinen, wo die Behörden mit etwa 100 Todesopfern rechneten. Auch China und Hongkong wurden schwer getroffen. Die Zahl der Opfer an der Südküste Chinas ist auf vier gestiegen. Der Sturm hinterließ in der Provinz Guangdong die schlimmsten Schäden.

Stromausfälle in der Millionenmetropole Hongkong

Auch in China forderte "Mangkhut" Opfer: Wie der staatliche Fernsehsender CGTN berichtete, kamen in der Provinz Guangdong mindestens vier Menschen ums Leben. Große Teile der Südküste sowie die Millionenmetropole Hongkong kamen beinahe vollständig zum Stillstand. Bilder von überfluteten Straßen und starken Regenfällen, wie sie im Video zu sehen sind, gehen um die Welt. Heftiger Wind riss Bäume um, zerstörte Fensterscheiben und brachte Baugerüste zum Einsturz.

Hunderte Flüge wurden gestrichen, der Nahverkehr eingeschränkt und zehntausende Menschen in Sicherheit gebracht. Die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" zeigte auf ihrer Website Bilder einer geräumten Hotellobby in der Stadt, die von Wasser überflutet wurde. Allein in Hongkong wurden mehr als 100 Menschen mit Verletzungen behandelt. Auch fiel für etwa 7.000 Haushalte in der Stadt zeitweise der Strom aus.

Dramatische Verwüstungen auf den Philippinen

A view of a landslide that buried residents at the height of Typhoon Mangkhut that hit Baguio City in  Philippines, September 16, 2018. REUTERS/Harley Palangchao
Erdrutsche begruben alles unter sich. Dieses Foto zeigt einen Erdrutsch in der Stadt Baguio City auf den Philippinen. © REUTERS, HARLINGTON PALANGCHAO, EDC/DEG

Besonders verheerend sind die Verwüstungen auf den Philippinen. Am Samstagmorgen war der Taifun begleitet von starken Regenfällen mit voller Wucht im Norden der Philippinen auf Land getroffen, knapp 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila. Dabei schwächte er sich mit Windgeschwindigkeiten von 170 Kilometern pro Stunde etwas ab. Böen erreichten 285 Kilometer pro Stunde. 

Mehr als vier Millionen Menschen waren nach Angaben der Behörden vom Samstag ohne Strom. Dutzende Straßen und Brücken waren wegen Erdrutschen, Überschwemmungen sowie umgestürzten Bäumen und Masten unpassierbar. Straßen waren übersät von Dachteilen, Glasscherben und abgerissenen Kabeln. Es werden bis zu 100 Todesopfer befürchtet.

Einige der Opfer hätten sich der Anweisung zur Evakuierung widersetzt, erklärte Regierungsberater Francis Tolentino bei einem Besuch von Präsident Rodrigo Duterte in Tuguegarao - eine der am härtesten getroffenen Städte. "Alle Behörden haben ihr Möglichstes getan, um die Evakuierungen voranzutreiben, aber einige Regionen sind wirklich sehr abgelegen." Am Montag werde man damit beginnen, die Strom- und Wasserversorgung wieder herzustellen.

Jedes Jahr etwa 20 Taifune

Die Philippinen werden jedes Jahr von etwa 20 Taifunen heimgesucht. Einer der stärksten der vergangenen Jahre war "Haiyan" im November 2013. Damals starben mehr als 6.300 Menschen, mehr als vier Millionen verloren ihr Zuhause.