Taifun "Jebi" in Japan: Mindestens elf Tote durch stärksten Taifun seit 25 Jahren

Monstersturm mit Tempo über 200

In Japan hat der Taifun "Jebi" schwere Schäden angerichtet. Mindestens elf Menschen kamen ums Leben, 160 wurden verletzt. Es ist der schwerste Wirbelsturm in der Region seit 25 Jahren. "Jebi" ist der 21. Taifun der Saison und das jüngste Unwetter einer ganzen Serie, die Japan in diesem Sommer heimgesucht hat. Die Windgeschwindigkeiten im Zentrum des Wirbelsturms betrugen zeitweise bis zu 216 Kilometer pro Stunde.

"Jebi" überschwemmt internationalen Flughafen

Taifun "Jebi" in Japan
Taifun "Jebi" wirbelte Autos durch die Luft wie Spielzeug.

Auf Honshu wütete "Jebi" vor allem in der westlichen Region um die Großstadt Osaka. In der gleichnamigen Präfektur starben acht der elf Taifun-Opfer. Vier von ihnen seien offenbar auf höher gelegenen Orten wie Dächern vom starken Wind erfasst worden und heruntergestürzt, berichtete der TV-Sender NHK. Andere kamen durch umherwirbelnde Gegenstände ums Leben.

Der auf einer künstlichen Insel im Meer gelegene internationale Flughafen Kansai in der westlichen japanischen Provinz Osaka wurde überschwemmt. Verletzt wurde niemand, der Flughafen aber vorübergehend geschlossen. Fast 1.000 Flüge fielen aus, etwa 3.000 Menschen mussten auf dem Flughafen übernchten.

Ein im Sturm abgetriebener Tanker prallte gegen eine Brücke, die den Flughafen mit dem Festland verbindet. Die elf Personen an Bord des Schiffes blieben unverletzt. Der Sturm beschädigte Häuser und in einer halben Million Haushalten in Zentral- und Westjapan fiel zeitweise der Strom aus. In der auch bei ausländischen Touristen beliebten alten Kaiserstadt Kyoto wurden mehrere Menschen im Hauptbahnhof verletzt, als ein Teil der Glasdecke wegen des starken Windes zersplitterte. An der Pazifikküste liefen gewaltige Wellen auf, Fabriken standen still, 500.000 Menschen waren ohne Strom.

Starke Sturmböen, hoher Wellengang, Überschwemmungen

Taifun "Jebi" wütete in Japan
Ein außer Kontrolle geratener Tanker verschob diese dreispurige Brücke um einige Meter.

Taifun "Jebi" erreichte zunächst die Provinz Tokushima auf Japans kleinster Hauptinsel Shikoku, dann zog der Wirbelsturm weiter Richtung Norden. Die nationale Wetterbehörde warnte die Bevölkerung vor starken Sturmböen, hohem Wellengang, Überschwemmungen und Erdrutschen. . In der Nacht zum Mittwoch zog der Taifun weiter Richtung Norden und brachte der Insel Hokkaido heftige Regenfälle, danach stuften ihn die Behörden zum Tropensturm herunter.

Katastrophales Wetterjahr für Japan

Taifun 'Lan'
Taifun 'Lan' im Oktober 2017. Überschwemmungen und Erdrutsche drohen auch jetzt.

In diesem Jahr wurde Japan wiederholt von heftigen Regenereignissen, oft im Zusammenhang mit Taifunen heimgesucht. Erst Ende August war es Taifun 'Cimaron', der das Alltagsleben teilweise still stehen ließ. Sintflutartige Regenfälle entlang einer schleifenden Front aber lösten Anfang Juli im Südwesten Japans tödliche Überschwemmungen aus. Lokal gingen Regenmengen von 1.000 bis 1.800 Litern pro Quadratmeter innerhalb weniger Tage nieder – mit entsprechend katastrophalen Folgen. Zum Vergleich: In Deutschland fallen im Jahr durchschnittlich 750 Liter Regen. Durch Erdrutsche und Überschwemmungen kamen allein bei diesem Ereignis mehr als 215 Menschen ums Leben. Eine Hitzewelle, bei der eine neue absolute Höchsttemperatur verzeichnet wurde, schloss sich an. Seit Jahresbeginn sind durch Unwetter und Hitze schon über 400 Menschen in Japan zu gestorben.