Taifun "Goni" fordert erste Todesopfer

Taifun "Goni", der schon seit einigen Tagen über den Pazifik wirbelt, hat die ersten Todesopfer gefordert. In den Philippinen starben mindestens zehn Menschen in Folge von Erdrutschen, die der starke Regen des Tropensturms ausgelöst hatte.

Taifun 'Goni' auf den Philippinen
Auf den Philippinen hat der Taifun 'Goni' Erdrutsche verursacht

Allein in der knapp 200 Kilometer nördlich von Manila gelegenen Provinz Benguet kamen nach Angaben von Gouverneur Nestor Fongwan acht Menschen bei Erdrutschen ums Leben. "Die Opfer haben am Fuß der Berge gelebt und waren aufgrund der schweren Regenfälle nicht in der Lage, ihre Häuser zu verlassen", sagte Fongwan. In einer Nachbarprovinz sei ein zehnjähriger Junge unter den Toten, berichtete der Leiter des örtlichen Zivilschutzes.

Der Sturm kappte Überlandstromleitungen und riss Strommasten und Bäume um. In einigen Gebieten fiel der Strom aus, Straßen und Brücken waren den Behörden zufolge zum Teil unpassierbar. Auch einige Inlandsflüge wurden aufgrund des Wetter gestrichen. Das Unwetter schwächte sich am Samstag ein wenig ab und zog langsam in nordnordöstliche Richtung weiter, wie das Wetteramt mitteilte.

Goni, erreichte zeitweise mit einer maximalen Windgeschwindigkeit von 210 km/h sogar Kategorie 4 der Saffir-Simpson-Skala. Er brachte innerhalb von 24 Stunden bis zu 250 Liter Regen pro Quadratmeter mit - zum Vergleich: die Jahresmenge an Niederschlag in Berlin beträgt im Durchschnitt etwa 600 Liter pro Quadratmeter.

Goni wird in den nächsten Tagen nordwärts schwenken und auf Taiwan zusteuern. Voraussichtlich am Montag wird er die Südspitze Japans erreichen.

Und was macht Taifun Atsani, der in unmittelbarer Nachbarschaft unterwegs ist? Atsani zieht seine Bahn weiter östlich über den Pazifik, gerade weit genug von Goni entfernt, um sich nicht gegenseitig zu stören und abschwächen können. Und über dem offenen und dank El Nino ungewöhnlich warmen Wasser des östlichen Pazifik hat er genug Energie aufgenommen, um bereits den Status eines Supertaifuns zu erhalten. Von einem Supertaifun spricht man, wenn die mittlere Windgeschwindigkeit mindestens 240 km/h beträgt. Am Mittwochmorgen unserer Zeit wehte der Wind im Mittel bereits mit über 240 km/h um sein Auge, die Windspitzen lagen nahe 300 km/h.

Wenn Atsani am Wochenende weit genug nördlich vorankommt, wird der Jetstream ihn voraussichtlich an Japan vorbei lenken. Die Gefahr, dass Atsani die kleineren Inseln Izu and Ogasawara südlich von Tokio trifft, ist weitaus größer.

Dass zwei oder mehrere Taifune gleichzeitig über dem Pazifik wirbeln, ist übrigens nicht ungewöhnlich. In diesem Jahr gab es diese Entwicklung bereits mehrfach.