Taifun Goni: Beeindruckendes und zugleich bedrohliches NASA-Video

Zwei Supertaifune?

NASA-Satellit Suomi ist über den auf die Philippinen zusteuernden Taifun Goni hinweg geflogen und hat fantastische Bilder gemacht. Allerdings ist das, was so schön aussieht, äußerst gefährlich für die Bewohner der Inseln. Zu allem Überfluss wirbelt ein zweiter Taifun, Atsani, der jetzt schon als Supertaifun eingeordnet ist, in unmittelbarer Nachbarschaft herum.

Dass zwei oder mehrere Taifune gleichzeitig über dem Pazifik wirbeln, ist nicht ungewöhnlich. In diesem Jahr gab es diese Entwicklung bereits mehrfach. Selten kommt es aber vor, dass zwei Supertaifune gleichzeitig existieren. Von einem Supertaifun spricht man, wenn die mittlere Windgeschwindigkeit mindestens 240 km/h beträgt.

Taifun Goni
Eine Infrarotaufnahme von Wirbelsturm Goni

Das größte Potenzial, für Menschen bedrohlich zu werden, hat dabei Taifun Goni. Am Mittwochmorgen wehte der Wind um sein Drehzentrum im 10-minütigen Mittel mit 175 km/h, in Spitzen sogar 215 km/h. In der Nähe seines Zentrums und nördlich davon fielen Regenmengen von 100 bis 400 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden (zum Vergleich: die Jahresmenge an Niederschlag in Berlin beträgt im Durchschnitt etwa 600 Liter pro Quadratmeter). Als Goni über Guam zog, brachte er dort bereits Niederschlagssummen bis 250 Liter pro Quadratmeter.

Nach derzeitigen Prognosen soll Goni zunächst nach Westen ziehen, um am Donnerstag vor der philippinischen Insel Luzon seinen Kurs nach Norden bis Nordosten zu ändern. Dann wären zum Wochenende Taiwan inklusive Taipeh, die Südküsten Südkoreas und die südlichen Inseln Japans besonders gefährdet. Neben Sturm und Sturmflut an den Küsten kann es dabei auch landeinwärts zu vor allem extremen, gewittrigen Regen kommen, mit Überflutungen und Erdrutschen muss dann gerechnet werden. Ob Goni dabei im Verlauf noch den Status eines Supertaifuns bekommt, ist unsicher.

Atsani zieht seine Bahn weiter östlich über den Pazifik, gerade weit genug von Goni entfernt, um sich nicht gegenseitig zu stören und abschwächen können. Und über dem offenen und dank El Nino ungewöhnlich warmen Wasser des östlichen Pazifik hat er genug Energie aufgenommen, um bereits den Status eines Supertaifuns zu erhalten. Am Mittwochmorgen unserer Zeit wehte der Wind im Mittel bereits mit über 240 km/h um sein Auge, die Windspitzen lagen nahe 300 km/h.

Quelle: Meteogroup