Was ist Meeresschnee?

Tag der Ozeane 2020: Wie der Klimawandel die Meere bedroht

So schützt uns das Meer

Unsere Ozeane sind gigantische Klimaschützer. Sie speichern sehr viel Kohlendioxid. Forscher warnen deshalb eindringlich davor, dass die Meere sich durch den Klimawandel weiter aufheizen und so die Speicherkapazität des Meeres ins Stocken gerät. Was genau dabei passiert, erfahren Sie in unserem Video über den Meeresschnee.

Am 8. Juni ist Tag der Ozeane

Der Welttag der Ozeane hat seinen Ursprung im Klimagipfel 1992 in Rio de Janeiro. Seit 2009 wird er am 8. Juni begangen – die Vereinten Nationen riefen diesen Tag ins Leben. Die Ozeane werden als bedeutend angesehen für Ernährungssicherheit, Gesundheit, dem Überleben allen Lebens und natürlich für das Klima. So erinnert der Gedenktag an die ökologische Bedeutung der Meere und an die Gefahren, denen die Ozeane durch Klimawandel, Verschmutzung und Überfischung ausgesetzt sind.

Was ist Meeresschnee und was bewirkt er?

Meeresschnee sind im Prinzip abgestorbene Algen, die nach unten rieseln. Diese biologischen Partikel sind ein Hauptbestandteil der biologischen Pumpe. Sie spielen eine wichtige Rolle im Meeressystem, weil dabei Kohlenstoff gebunden wird. Dieser wird in der Tiefsee, auf dem Ozeanboden, für Tausende von Jahren abgelagert.

Dr. Klas Ove Möller, biologischer Ozeanograph am Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG) erklärte im Interview, dass der Meeresschnee sowohl als Nahrung für Meerestiere als auch im weltweiten Kohlenstoffkreislauf eine wichtige Rolle spiele.

Besonders viel Meeresschnee findet man laut Möller in den Küstenregionen. Da sei das Algenwachstum sehr stark. Das kommt auch von der Landwirtschaft und dem damit verbundenen Dünger, der in die Flüsse gerät, die wiederum die Nährstoffe ins Meer tragen. „Eine wichtigere Funktion hat der Meeresschnee aber in den offenen Ozeanen weit weg von den Küsten, wo der Ozean sehr tief ist. Da sinken die abgestorbenen Algen in die Tiefe und bleiben auch da“, so der Wissenschaftler.

Möller gründete im Herbst 2019 am HZG eine Arbeitsgruppe mit dem Namen „Marine Partikel und Plankton“, mit der er in den nächsten Jahren genauer erforschen will, wie wichtig der feine Partikelregen für das Leben im Meer und auch für das globale Klima ist.