WWF fordert strenge Renaturierung der Flüsse

Tag der Flüsse: Bestände der Süßwasserarten um 84 Prozent zurückgegangen

Für Fische geht es hier nur schwer weiter. Der Hauptgrund für den fürchterlichen Rückgang der Wanderfische.
Für Fische geht es hier nur schwer weiter. Der Hauptgrund für den fürchterlichen Rückgang der Wanderfische sind von Menschen gebaute Barrieren. © imago images / Westend61, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Kein anderer Lebensraum mit solchen Verlusten

Am 27. September ist der Tag der Flüsse. Leider verzeichnen die meisten Tierarten einen dramatischen Rückgang. Die überwachten Bestände sind gegenüber 1970 um 84 Prozent eingebrochen, berichtet der WWF im kürzlich veröffentlichten Living Planet Report.

„Die neuen Zahlen verdeutlichen einen langjährigen Trend und sind ein trauriger Negativrekord“, sagte WWF-Referentin Theresa Schiller. Kein anderer Lebensraum verzeichne solche Verluste.

Alle 500 Meter eine unüberwindliche Barriere für die Fische

Der Whanganui River in Neuseeland erhielt Menschenrechte.
Der Whanganui River in Neuseeland erhielt Menschenrechte. © picture alliance / Westend61, dpa Picture-Alliance / Michael Runkel

36 Prozent der Süßwasserfischarten in Deutschland gelten als bestandsgefährdet oder bereits ausgestorben. Besonders gefährdet sind Wanderfische wie Stör und Lachs. Der WWF kritisiert die Verbauung der Flüsse. In Bayern blockiere rein rechnerisch alle 500 Meter eine Barriere den Weg der Fische. „Anders als Wildtiere an Land können Wanderfische nicht einfach einen anderen Weg nehmen“, so Schiller.

Es gibt aber auch Erfolgsgeschichten: Am Rhein und seinen Zuflüssen zeigt sich, wie durch ein koordiniertes Maßnahmepaket verschwundene Wanderfischpopulationen wieder eingebürgert und selbsterhaltend aufgebaut werden können. Im Rahmen des Programms „Lachs 2000“ wurden Wanderbarrieren entfernt oder für die Fische besser passierbar gemacht und Teile des Gewässers gezielt renaturiert. Der Mensch verursache nicht nur die Probleme, „er hält auch den Schlüssel für die Lösung in den Händen“.

Der Fluss, der Menschenrechte erhielt: Whanganui in Neuseeland

Das ist der Tag der Flüsse

So schön und unberührt sind nur noch wenige  Flusslandschaften.
So schön und unberührt sind nur noch wenige Flusslandschaften. © imago images/Imaginechina-Tuchong, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Der Tag der Flüsse dient dazu, auf die Werte intakter Flussökosysteme und ihre Bedrohung aufmerksam zu machen. Süßwasserökosysteme bedecken knapp 1 Prozent der Erdoberfläche, bilden dabei jedoch den Lebensraum für mindestens 10 Prozent aller derzeit bekannten Arten. Laut Naturschutzunion IUCN ist jede dritte Süßwasserart vom Aussterben bedroht.