Tag der Erde 2018: „Beende die Plastikverschmutzung!“

So vermüllt sind unsere Meere

„Beende die Plastikverschmutzung“ - so lautet das diesjährige Motto des Internationalen Tag der Erde am 22. April.  Der Aufruf ist mehr als dringend!  Verbraucher und Hersteller lieben Plastik. Es ist billig, praktisch und immer greifbar, vor allem Einwegverpackungen und Wegwerfplastik sind sehr beliebt. Wie viel Plastik jährlich weltweit tatsächlich hergestellt wird, lässt sich nur ungefähr schätzen. Seit der Entwicklung von Plastik in der 50er Jahren sollen es etwa 8,3 Milliarden Tonnen sein, besagt eine Veröffentlichung einer Forschergruppe um Roland Geyer von der University of California. Andere US-Forscher berichten im Fachblatt 'Science Advances', dass sich bis zum Jahr 2050 die Menge an Plastikmüll auf etwa 12 Milliarden Tonnen vergrößern wird. Das Material wird viel zu wenig recycelt oder in Mülldeponien verbrannt und so befindet sich weiterhin ein rieisiger Anteil des Plastiks als Müll in unserer Umgebung.

Wohin mit dem ganzen unverwüstlichen Plastikmüll?

Plastik zersetzt sich erst nach hunderten von Jahren. Vor allem in den Ozeanen ist Plastik ein tödliches Problem. Jährlich gelangen bis zu 13 Millionen Tonnen Plastik in die Meere. Das ist so, als ob jede Minute ein LKW seine Ladung ins Meer kippt.

Vor allem Tiere sind Opfer dieser Menge an Müll. Jährlich sterben Tausende Meerestiere an Erstickung oder Vergiftung durch Plastikmüll. Ende Februar wurde ein Wal an der Küste von Cabo Palos in Spanien tot aufgefunden. Nach der Obduktion wurde festgestellt, dass das abgemagerte Tier circa 29 Kilo Plastikmüll im Magen hatte. Die Meerestiere verwechseln den Müll oft mit Nahrung oder verfangen sich darin - oft erwartet sie dann ein qualvoller Tod.

29 Kilogramm Plastikmüll gefressen

Plastik vermüllt auch die Küsten und Flüsse - und das weltweit. Beispiel Manila: Die Strände der philippinischen Hauptstadt versinken in Müll. Kinder sammeln statt Muscheln Plastikflaschen. Aber auch in Deutschland ist der Plastikmüll ein gravierendes Problem und jedes Jahr wird es größer, wenn wir unsere Konsum- und Entsorgungsgewohnheiten nicht verändern. Die Recycling-Systeme können mit unserem Plastikkonsum nicht Schritt halten. Das müssen wir verändern.  
 
Auf der Nordseeinsel Sylt haben Umweltschützer vor dem Leuchtturm List-Ost ein 40 Meter großes Strandgemälde gezeigt, um die Menschen auf die Verschmutzung der Meere aufmerksam zu machen. Da ist ein Wal zu sehen, der eine Plastikflasche aus dem Wasser kickt. Diese Aktion wurde von der Deutschen Umwelthilfe gemeinsam mit dem Europäischen Umweltbüro organisiert.  
 
Am 22.04. ist der Tag der Erde, der „Earth Day“. Aber nicht nur am Sonntag, sondern jeden Tag müssen wir uns Gedanken machen, wie wir unserem geliebten Planeten helfen können, um mit der Plastikmüllproblematik zurecht zu kommen. Deutschland hat viel zu tun, wir alle haben viel zu tun!