Tag der Artenvielfalt - diese Projekte machen Hoffnung

Die Natur ist durch das Tun des Menschen vielerorts angeschlagen: Arten sind ausgestorben, Ökosysteme beschädigt, die Folgen sind teils verheerend. Auch die Politik hat das erkannt und will handeln. Dass es jedoch auch anders geht, zeigen die folgenden Projekte weltweit.

Gute Aussichten für Uferschnepfen

Uferschnepfen bekommen Nachwuchs
Die Uferschnepfen an der Ostsee haben nun wieder ordentlich Lebensraum dazugewonnen. © deutsche presse agentur

Gute Aussichten für die Uferschnepfen an der Ostsee: Sie und andere teils seltene Arten bekommen in Bresewitz die Salzwiesen zurück, einen für sie wertvollen Lebensraum.

"Moore und Salzwiesen schützen die umliegenden Gemeinden, weil sie hohe Wellen bremsen und abschwächen, bevor sie den neuen Damm erreichen", sagt Christoph Heinrich von der Umweltstiftung WWF, die mit der Ostseestiftung an dem Projekt arbeitet. Die Küste ist besser gegen einen steigenden Meeresspiegel gewappnet und Hochwasser bringt frische Nährstoffe und Sand in das Grünland.

Aber nicht nur Projekte in Deutschland machen Hoffnung, Projekte in aller Welt zeigen, wie Natur und Mensch profitieren, wenn menschliche Eingriffe in die Natur rückgängig gemacht werden. Der Tag der biologischen Vielfalt  am 22. Mai steht dieses Jahr unter dem Motto: "Unsere Lösungen liegen in der Natur".

Mangroven in Vietnam

Mangroven im Cape Range Nationalpark
Mangroven halten auf ganz natürliche Weise das Hochwasser fern. © picture alliance / Hinrich Bäsem, Hinrich Bäsemann

Krabbenfischer haben in Cà Mau in Vietnam jahrelang Mangroven weggehackt, um ihre Fischfarmen auszubauen. Sie zerstörten damit nicht nur Laichgründe für andere Tiere, sondern auch den Küstenschutz bei Stürmen.

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat mit der niederländischen Hilfsorganisation SNV und mehr als 5.000 Krabbenfarmern, die auf mehr als der Hälfte ihrer Flächen Mangroven erhalten, nachhaltigere Zuchten aufgebaut. Viele haben heute eine Zertifizierung für Bio-Krabben und verdienen mehr.

Straßen in Nepal

Viele Straßen in Nepal haben Hänge destabilisiert. Weil es durch den Klimawandel mehr und heftiger regnet, passieren immer mehr Erdrutsche. Das bedroht Menschenleben und Häuser. Oft sind Dörfer nach Erdrutschen lange von der Außenwelt abgeschnitten und die Aufräumarbeiten sind teuer. Die Lösung: An Hängen Besengras oder Bambus pflanzen.

Im Tilahar rund 40 Kilometer westlich vom Pokhara, wo viele Trekkingtouren starten, ist der Erfolg möglicherweise schon sichtbar: 2014 verlor das Dorf noch 30 Kubikmeter Boden, 2016 nur zwei Kubikmeter.

Kaffeeanbau in Brasilien

Kaffeepflanze
Wenn Gras zwischen die Kaffeepflanzen gesetzt wird,, verliert der Boden nicht so viel Feuchtigkeit. © DPA

Mehr pflanzen, mehr ernten, intensiver wirtschaften - der Druck hat in der Region Cerrado, die zwölf Prozent des brasilianischen Kaffees liefert, zu Vegetationsverlust, Wassermangel und ausgelaugten Böden geführt.

Zusammen mit großen Kaffeeunternehmen und der IUCN haben 36 Produzenten 30.000 Bäume gepflanzt, setzen weniger Chemikalien ein und pflanzen Gras zwischen Kaffeebäume. Die Kaffeebauern produzieren jetzt Bio-Ware und bekommen mehr Geld.