Kräftig rappeln wird es auf jeden Fall

Sturm oder Orkan? Atlantiktiefs nehmen Kurs auf Deutschland

von Martin Pscherer und Claudia Träger

Während sich Deutschland im Hochdruck von INGO sonnt, herrscht über dem Atlantik eine rege Tiefdrucktätigkeit. Es ist längst ausgemacht, dass Tief VERA heranstürmt und das Wetter in Deutschland wieder windiger und nasser gestaltet. Ab Mitte der Woche wird es voraussichtlich noch heftiger. Ein schwerer, breit aufgestellter Sturm oder sogar eine Orkanlage ist möglich.

Oben in der Animation: Es kachelt wieder ordentlich aus West-Südwest

Erst nur Sturmböen an der Küste und auf den Bergen

Sturm ist in der neuen Woche DAS Thema.
Zunächst wird er in der Nordwesthälfte reichlich stürmisch.

Nach dem ruhigen Wochenende zieht sich zum Montag Hoch INGO ans Schwarze Meer zurück und macht Platz für Tiefdruckgebiete vom Atlantik. Zunächst mit Tief VERA wird es ab der neuen Woche wechselhafter und zunehmend windig bis stürmisch. Erstmal ist das nichts Dramatisches, denn bis Mitte der Woche bleibt es voraussichtlich bei einzelnen stürmischen Böen im Flachland und Sturmböen an der Küste sowie im Bergland.

Ab Wochenmitte: Sturm oder Orkan droht

So weit so gut. Das hatten wir in diesem Winter schon mehrfach. Sowohl Nordlichter als auch Mittelgebirgsbewohner sind an ruppige Wetterverhältnisse gewöhnt. Aber dann! In der zweiten Wochenhälfte könnte der Wind deutlich zulegen. Dann ist eine schwere Sturmlage oder sogar Orkanlage möglich.

Orkanböen im Norden nicht unwahrscheinlich

Die Grafik zeigt die Wind- und Sturmstärke am Donnerstag.
Wind und Sturm am Donnerstag: Das wetter.de-Modell sieht das Hauptsturmfeld im Norden.

Allerdings sind die Unsicherheiten hier noch groß. „Die Wettermodelle rechnen die Zugbahnen der verantwortlichen Tiefs nämlich noch recht unterschiedlich“, erklärt Meteorologe Martin Pscherer. „Am wahrscheinlichsten ist derzeit, dass kräftigere Tiefs mit ihrem Windfeld vor allem den Norden streifen und hier häufiger Sturmböen bringen könnten. Vor allem an der Küste und in den Gipfellagen der Mittelgebirge könnte der Wind auch Orkanstärke erreichen.“

Das hört sich dann doch nach Problemen für die Küstenregionen an. Zuletzt wütete Sturmtief NADIA so sehr, dass es der Nordseeinsel Langeoog den Strand abriss.

Sturmgefahr für ganz Deutschland möglich

„Aber auch extremere Varianten mit Sturmgefahr für ganz Deutschland sind im Bereich des Möglichen“, sagt Pscherer. Es steckt viel Dynamik in den Sturm- und Orkantiefs auf dem Atlantik. Da kann auch mal eins sein Hauptsturmfeld weiter rein nach Deutschland lenken. Es spricht derzeit aber mehr dafür, dass sich das Sturmgeschehen im Norden des Landes abspielt.

Das Video erklärt: Orkan, Sturm, steifer Wind - was ist was?

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(ctr)