Fast kein Sand mehr nach Sturmflut

Orkan "Zeynep" spült Badestrände von Wangerooge und Langeoog weg

Langeoog
Sandverlusten am Strand. Foto: Klaus Kremer/Langeoog News/dpa/Archivbild

Sturmtief "Zeynep" hat auf den ostfriesischen Inseln Langeoog und Wangerooge die Strände weggespült. "In Teilen ist gar kein Strand mehr da, die Abbruchkante geht bis zu den Dünen", sagte Langeoogs Inselbürgermeisterin Heike Horn am Samstag. Das genaue Ausmaß der Schäden sei noch unklar, erklärte sie. Auf Wangerooge hat der Sturm fast den kompletten Strand zerstört.

Kaum noch Sand auf Wangerooge

Die Nordseeinsel hat etwa 90 Prozent ihres Badestrandes eingebüßt. "Auf einer Länge von einem Kilometer gibt es kaum noch Sand", sagte Wangerooges Inselbürgermeister Marcel Fangohr am Samstagmorgen. Die Schutzdünen vor dem Trinkwasserschutzgebiet hätten kein Deckwerk mehr, dies müsse wie der Strand neu aufgeschüttet werden.

Mindestens sechs Wochen werde es dauern, den Strand wieder aufzuschütten, so Fangohr. Der Sand dafür komme von einer Sandbank vor der Insel. Schon nach den vergangenen Stürmen seien etwa 60 Prozent des Strandes weggespült worden, nun sei stellenweise überhaupt kein Sand mehr da.

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19.02.2022, Niedersachsen, Wangerooge: Am Uferweg wir vor Sturmschäden gewarnt. Die Nordseeinsel Wangerooge hat im Sturm etwa 90 Prozent ihres Badestrandes eingebüßt. Foto: Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Sturmtief Zeynep spülte Strand Wangerooge weg

Sonst nur leichte Schäden auf den Inseln durch Orkantief "Zeynep"

Dennoch sei der Sturm glimpflich ausgegangen, das Orkantief "Zeynep" habe keine schweren Schäden verursacht, erklärte der Bürgermeister. Der Wasserstand habe etwa zwei Meter über dem normalen Stand gelegen, das sei weit von den Höchstständen entfernt, sagte Fangohr. 2013 habe der Wasserstand bei 9,17 Metern gelegen, in der Nacht zum Samstag seien es 8,50 Meter gewesen.

Glück im Unglück sei es gewesen, dass der starke Wind eher aus westlicher Richtung kam - nicht aus nordwestlicher. Neben dem weggespülten Strand seien Mülleimer umgekippt, eine Satellitenschüssel sei von einem Dach geflogen und Zäune umgefallen: "Wir haben Glück gehabt."

Auch auf Langeoog kamen laut Inselbürgermeisterin Horn keine Menschen zu Schaden. Es seien aber Bäume entwurzelt worden, viele Zäune durch die Gegend geflogen und Vordächer beschädigt worden, die von den Hausbesitzern fixiert werden mussten. (jgr, mit dpa)