Sturmtief Xynthia fegt über Deutschland

Sturmtief Xynthia fegt über Deutschland
© dpa, A2942 Ingo Wagner

Erstes Todesopfer in Deutschland

Das kräftige Sturmtief Xynthia ist mit voller Wucht in Deutschland angekommen. Wer derzeit vor die Tür geht oder mit seinem Auto unterwegs ist, sollte sehr vorsichtig sein, denn Xynthia tobt aktuell fast über ganz Deutschland. Zuvor hatte das Sturmfeld in Südwesteuropa für Orkanböen gesorgt und dort regelrecht gewütet.

In Baden-Württemberg hat Xynthia bereits ein erstes Todesopfer gefordert. Nahe der Gemeinde Feldberg stürzte ein Baum auf ein Auto. Dabei wurde nach Angaben der Polizei ein Mensch getötet und ein Insasse des Fahrzeugs schwer verletzt.

Auch in in Rheinland-Pfalz und im Saarland verursachte das Sturmtief bereits erhebliche Schäden. In Landau wurde eine etwa 30 Jahre alte Frau sehr schwer verletzt, als sie ein Eisentor schließen wollte und der Sturm dies aus der Verankerung riss. Am stärksten wüteten die Sturm- und Orkanböen in der Eifel und im Hunsrück. Zahlreiche Straßen mussten wegen entwurzelter Bäume gesperrt werden. "Die Bäume knicken um wie die Streichhölzer", hieß es beim Lagezentrum in Mainz. Mancherorts fiel der Strom aus.

Sturm hält bis Montag an

Im Rheinland hinterlässt Xynthia ebenfalls seine Spuren: Die Orkanböen entwurzelten Bäume, Dachziegel fielen herab, und Baustellenteile wirbelten durch die Luft. "Wir eilen von einem Einsatz zum anderen", berichtete ein Sprecher der Polizei in Aachen. Umgestürzte Bäume versperrten zahlreiche Straßen und verhinderten sogar teilweise auf den Autobahnen die Weiterfahrt - zum Beispiel auf der A 4 in der Höhe des Kreuzes Aachen.

In Köln musste die Polizei am Sonntagmittag die Deutzer Brücke kurzzeitig für den Straßenbahn- und Autoverkehr sperren. Werbeschilder hatten sich dort aus ihrer Verankerung gelöst. Ein Auto wurde durch ein umherfliegendes Plakat beschädigt. Eine Spezialfirma musste die übrigen Werbeschilder sichern.

In großen Teilen Süd- und Westdeutschlands war zudem der Bahnverkehr weitgehend lahmgelegt. Bundesweit komme es zu Verspätungen, Zugausfällen und Streckensperrungen durch Äste in den Oberleitungen und umgefallene Bäume, teilte die Deutsche Bahn AG mit.

Im Laufe der Nacht verlagert sich das Sturmfeld dann in den Osten und zieht am Montag Vormittag ostwärts ab. Begleitet wird der Sturm von Regenfällen, die die Pegelstände an Rhein und Ruhr weiter ansteigen lassen. Wegen des anhaltenden Tauwetters waren die Pegelstände in den vergangenen Tagen vielerorts bereits um mehrere Meter gestiegen.

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