Sturmtief 'Xavier': Krasse Orkanböen und heftiger Regen

Video: So wirbelte Sturmtief 'Xavier' über Deutschland

Sturmtief 'Xavier' ist am Donnerstag über den Norden und Osten Deutschlands hinweg gezogen. Dabei gab es auch im Flachland Spitzenböen von bis zu 140 km/h, im Bergland bis fast 180 km/h. Somit kam 'Xavier' vereinzelt an Orkan 'Kyrill' (2007) heran. Allerdings traf 'Kyrill' Deutschland erst im Januar. Auch die Regenmengen waren zum Teil nicht unerheblich. Vor allem im Nordosten wurden 50 bis 60 Liter innerhalb von 24 Stunden erreicht.

137 km/h im Flachland, 178 km/h im Bergland! Über 60 Liter Regen!

Die stärkste Orkanböe wurde in Berlin-Wannsee mit 137 km/h registriert. In Dessau wurden 131 km/h gemessen. In Braunschweig, Berge Havelland wurden ebenfalls Spitzenböen in Orkanstärke von 122 km/h, in Hannover und Nauen 119 km/h und in Bremen und Lindenberg 117 km/h gemessen. Spitzenreiter ist aber der Brocken mit sagenhaften 178 km/h. Auch auf dem Fichtleberg gab es 135 km/h.

Welche Schäden 'Xavier' angerichtet hat und welche chaotischen Zustände noch vorherrschen lesen Sie hier.

Den meisten Regen gab es in Krempel (Schleswig-Holstein) mit knapp 64 Liter innerhalb von 24 Stunden. Das ist in etwa die Menge an Regen, die sonst in einem kompletten Oktober fällt. Auch in vielen anderen Orten in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern fielen zwischen 45 und 60 Liter Regen.

Video: Der Satellitenfilm zeigt eindrucksvoll, wie schnell 'Xavier' über uns hinweg gezogen ist

Schnellläufer legt 3000 Kilometer in 24 Stunden zurück

Sage und schreibe 3000 Kilometer legte der "Schnellläufer" 'XAVIER' innerhalb 24 Stunden zurück, um vom Nordatlantik her kommend am Donnerstagvormittag mit seinem Kern den Nordwesten Deutschlands zu erreichen. Als ausgewachsenes Sturmtief verlagerte er sich schließlich über Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und die Uckermark bis Donnerstagabend nach Polen. Dabei verstärkte sich der Sturm auf seinem Weg über das Norddeutsche Tiefland aufgrund günstiger Entwicklungsbedingungen sogar noch.

So sank der minimale Luftdruck im Tiefkern von 990 hPa auf 985 hPa, während am südlichen Ober- und Hochrhein zugleich knapp 1020 hPa registriert wurden. Das Luftdruckgefälle zwischen Süden und Norden vergrößerte sich also bis auf rund 35 hPa, wobei die Luftdruckgegensätze knapp südlich des Tiefzentrums besonders scharf ausgeprägt waren.

Sturm kurz, aber heftig

Dieser riesige Luftdruckgradient, aber auch für ein solches Tief ganz spezifische komplizierte meteorologische Prozesse, auf die an dieser Stelle nicht eingegangen werden soll, führten dazu, dass die höchsten Windgeschwindigkeiten in einem recht schmalen Streifen knapp südlich des Tiefkerns auftraten. Da das Hauptsturmfeld mit der Verlagerung des Tiefs rasch von West nach Ost über das Land geführt wurde, fiel der Sturm kurz aber heftig aus.