Sturmtief Sabine: Bäume knicken um wie Streichhölzer

Sturm tobt durchs Mühlviertel

Sturmtief Sabine hat nicht nur bei unseren westlichen, sondern auch bei unseren österreichischen Nachbarn im Süden gewütet. Mit Windspitzen bis zu 149 km/h raste Sabine durch Nieder- und Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg. In Oberösterreich konzentrierte sich der Sturm auf die gesamte nördliche Hälfte des Bundeslandes. Besonders schlimm war der Sturm im Mühlviertel nördlich der Donau. In Sarleinsbach, nordwestlich von Linz, filmten Anwohner, wie die Fichten auf einem gegenüberliegenden Hang umknickten wie Streichhölzer. Im Video sehen und hören Sie, wie der Sturm dort tobte.

Die Fichte ist hochgradig windwurfgefährdet

Nebelschwaden ziehen am 16.01.2014 durch einen Wald bei Clausthal-Zellerfeld im Harz (Niedersachsen). Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Schnell groß, aber kein Halt: Fichten sind nicht fest verwurzelt. © dpa, Julian Stratenschulte

Das Problem mit den Fichten: Sie wachsen sehr schnell und wurzeln flach. Die hohen Stämme mit den fächerartigen Ästen im oberen Bereich bieten dem Wind eine gute Angriffsfläche. Die flachen Wurzeln in der Erde geben der Fichte auf der anderen Seite nicht viel Halt. Ein Leichtes für Sabine, die Bäume der Reihe nach umzuwerfen.  Besonders weil die Fichten durch die vergangenen Hitze-Sommer und den Borkenkäfer geschwächt sind. 

Fichten sind ein gefundenes Fressen für Stürme

ARCHIV - Entwurzelte und abgebrochene Bäume liegen in der Nähe von Wilmsdorf (Kreis Siegen-Wittgenstein) an einem Hang (Archivfoto vom 20.01.2007). Zur Beseitigung der katastrophalen Waldschäden nach dem Orkan «Kyrill» fließen in den nächsten Tagen r
Kyrill ist durch: Entwurzelte und abgebrochene Bäumeam 20.01.2007 im (Kreis Siegen-Wittgenstein. © dpa, A3430 Bernd Thissen

Die Fichte, noch 2017 zum „Baum des Jahres“ ernannt, ist keine heimische Baumart, sie stammt aus dem hohen Norden und von den Berggipfeln, braucht viel Wasser und Kälte. Unter den bisher für sie günstigen klimatischen Bedingungen in Mitteleuropa ist sie immer schnell gewachsen, lieferte kerzengerade Stämme und war so der bevorzugte Baum für die Forstwirtschaft. In den letzten Jahren aber rächen sich die Monokulturen. Sturmtief Kyrill beispielsweise legte im Sieger- und Sauerland massenhaft Fichtenschonungen um. Das Bewusstsein für eine naturnahe Waldwirtschaft ist inzwischen glücklicherweise gestiegen. Sie setzt auf Mischwald mit Laub- und Nadelbäumen in einem ausgewogenen Verhältnis.