Sturmtief "Fabio": Tornadoverdacht bei Rostock

15.12.2019, Niedersachsen, Wilhelmshaven: Während des stürmischen Wetters ist der 4-jährige Julien mit seiner Mutter Lisa am Ufer der Nordseeküste von Wilhelmshaven. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Sturmtief "Fabio" zieht über Norddeutschland - Spaziergänger hatten es schwer am Samstag. © dpa, Mohssen Assanimoghaddam, ass

Große Trichterwolke beobachtet

Am Samstag schüttelte Sturmtief "Fabio" den Norden Deutschlands gehörig durch. Uns erreichten Bilder der Zerstörung aus Rostock-Reutershagen. Dort besteht Tornadoverdacht. Laut Zeugenaussagen entwickelte sich in Sekundenschnelle eine große Trichterwolke.  

Knapp 120 km/h bei Kiel gemessen +++ Schneesturm am Fichtelberg

Wie die Agentur NonstopNews berichtete, wurden Teile eines Daches abgerissen und ein Kindertrampolin wurde angehoben und in einen Baum geschleudert. 

Die Voraussetzungen für einen Tornado waren durchaus gegeben: Eine kräftige Kaltfront zog am späten Vormittag über die Küstenregion, dabei wurden Windböen zwischen 90 und 111 km/h gemessen (Windstärke 9 bis 11), auf dem Leuchtturm in Kiel sogar 119 km/h (also Orkanstärke 12). Gleichzeitig drehte der Wind hinter dieser Front von West auf Nordwest bis Nord. Diese Böen reichen auch schon aus, um Schäden zu erzeugen. In der höhenkalten Luft bildeten sich zudem einzelne Gewitter.   

Neben Sturm gab es in den Mittelgebirgen Ostdeutschlands eine Packung Schnee. Das Sturmtief kam am Mittag im Erzgebirge an - dort gab es rund um den Fichtelberg einen Schneesturm. Die Sichtweiten gingen für die Autofahrer teilweise unter 50 Meter, dazu wurden die Straßen spiegelglatt. Die Glätte kann dort noch bis zum Sonntagmorgen andauern.