Sturm im Norden, Regen in der Mitte, Schnee im Süden

Sturmtief "Benjamin" bringt Schnee, heftige Böen und Regen

Jetzt kommt es dicke!

Entwarnung Fehlanzeige: In den süddeutschen Schneegebieten währt die Wetterberuhigung nicht lang. Und auch für den Rest des Landes kommt es dicke. Denn Sturmtief "Benjamin" bringt heftige Böen, Regen und Schnee in die Mittelgebirge. Der Norden wappnet sich für eine möglicherweise zwei Meter hohe Sturmflut. Und in den Alpen wird der Wind enorme Schneeverfrachtungen verursachen. Das kann zu gesperrten Straßen, einer enormen Lawinengefahr und noch mehr Chaos führen.

Keine Fähren auf die Halligen

Die Menschen an der deutschen Nord- und Ostseeküste bereiten sich auf eine Sturmflut vor - in Hamburg, an Teilen der Küste Niedersachsens und Schleswig-Holsteins sowie in Bremen und Bremerhaven wird diese erwartet. So soll der Wasserstand in Hamburg-St. Pauli am frühen Abend voraussichtlich bei etwa 2 Metern über dem mittleren Hochwasser liegen. Der Fährverkehr auf die Halligen ist jetzt schon gestört. Auf der Zuglinie nach Sylt dürfen keine leeren Lastwagen oder Gefahrguttransporter befördert werden.

In den Staulagen der Mittelgebirge können leicht bis zu 40 Zentimeter Schnee zusammenkommen. Durch den Wind wird es schwere Schneeverfrachtungen geben, das heißt, örtlich kann sich der Schnee meterhoch türmen.

Dann können Straßen zuwehen, Bäume brechen unter der Schneelast zusammen. Im Alpenraum und im südlichen Alpenvorland werden erhebliche Probleme im Auto- und Schienenverkehr erwartet.

Böen von mehr als 100 km/h möglich - Nochmal einen Meter Neuschnee

Am Mittwoch wird es an den Alpen wieder schneien. Das heißt, es gibt keine Entwarnung. Vor allem die Lawinengefahr wird örtlich eklatant werden. Das Gefahrenpotential des Neuschnees wird durch den starken bis stürmischen Wind verstärkt - wegen der umfangreichen Schneeverfrachtungen. Dieser in der Fachsprache als "Triebschnee" bezeichnete Effekt verschärft die Lawinensituation. Schon jetzt gilt für den bayerischen Alpenraum über alle Höhenstufen hinweg die zweithöchste Warnstufe vier, also große Gefahr.

In den Höhenlagen von Harz, Erzgebirge und Bayerischem Wald sind auch am Mittwoch noch Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 km/h möglich. Für die schneebedeckten Bäume ist so ein Wind eine große Gefahr, da hohes Gewicht auf ihren Ästen lastet.

Und die Nordwestströmung, mit der "Benjamin" den Süden erreicht, wird besonders in den alpinen Staulagen weitere erhebliche Neuschneemengen bringen. Diese Woche wird nichts für schwache Nerven - das steht fest. Bis zum Wochenende kommt in den besonders betroffenen Gebieten rund um den Arlberg und zwischen Berchtesgaden und dem Dachstein nochmal ein Meter Schnee dazu!

Es kann sein, dass stark eingeschneite Bäume und Dächer vom Schnee befreit werden müssen. Selbst Stromausfälle sind vorstellbar. Besonders im alpinen Raum können durch Lawinenabgänge Straßen und Wege vorübergehend gesperrt werden, dort ist es ratsam, sich vor der Fahrt mit dem Auto nach der Straßenlage zu erkundigen.