So versichern Sie sich richtig gegen Sturm

Sturmschäden: Wann haben Sie Anspruch auf Schadenersatz?

Wer zahlt, wenn mein Eigentum durch Unwetter, Sturm und Hochwasser beschädigt wurde?
Wenn ein Baum durch einen Sturm umknickt, wer bezahlt den Schaden? © dpa, Bernd März

Sturmschäden - wer zahlt?

Wer nach einem heftigen Sturm oder schweren Überschwemmungen vor den Trümmern seines Eigenheims steht, Schäden an Fahrzeugen, Kleidung oder Mobiliar zu beklagen hat, braucht einerseits gute Versicherungen und muss andererseits einiges beachten, um den vollen Schadenersatzanspruch geltend machen zu können.

Wann habe ich Anspruch auf Schadenersatz?

Bei Schäden am Haus, am Auto, Kleidung oder Mobiliar haben Sie Anspruch auf Schadensersatz, sofern Sie eine Hausratversicherung besitzen.

Wenn der Sturm beispielsweise eine verschlossene Tür eindrückt, der Hagel ein Dach oder die Fassade zerschlägt oder Regen Möbel oder Kleidung beschädigt, dann übernimmt die Hausratversicherung die Kosten für die Wiederbeschaffung - und zwar zum Neuwert. 

Wichtig zu wissen: Das Unwetter muss zunächst das Haus beschädigt haben. Falls der Schaden durch ein offen stehendes Fenster entstanden ist, zahlt die Versicherung nicht.

Welche Versicherungen haben die Deutschen?

Versicherungen in Deutschland: Wer zahlt bei welchen Unwettern?
Wie gut sind die Deutschen versichert? Anteil der Befragten die die verschiedenen Versicherungen abgeschlossen haben. © Statista, Statista Global Consumer Survey 2020

Sturmschäden: Wann haftet welche Versicherung?

Eine allumfassende Sturmschadenversicherung ist kaum zu finden. Es ist wichtig, zu unterscheiden, wo welcher Schaden passiert:

  • Schäden an Haus oder Wohnung → Wohngebäudeversicherung
  • Schäden an Kleidung und Gegenständen Hausratversicherung
  • Schäden am Auto → Kaskoversicherungen
  • Schäden durch Überschwemmungen → Elementarschaden-Versicherung


Wichtig zu wissen: Bei Sturm gilt die Grundregel: Der Wind muss mit Stärke 8 - das sind mindestens 61 km/h - geweht haben, sonst muss die Versicherung nicht zahlen.

Wohngebäudeversicherung: Das sollten Sie wissen!

Welche Versicherung kommt bei Sturmschäden auf?
Wer zahlt, wenn ein Sturm Haus und Garten verwüstet? © dpa, Robin Utrecht, rac nwi

Eigenheimbesitzer sollten neben der Feuerversicherung auch eine Sturmversicherung abschließen. Darin eingeschlossen sind sowohl die Kostenübernahme bei Schäden, die durch die direkte Einwirkung des Sturms entstanden sind, aber auch die Folgekosten durch weitere Schäden.

Wenn ein Sturm also Ihr Dach abgedeckt hat und es reinregnet, ist auch der Folgeschaden durch den Regen mitversichert. Dies gilt nicht für im Bau befindliche Gebäude - für die ist eine zusätzliche Bauleistungs- und Bauwesenversicherung nötig.

Hausratversicherung: Sie zahlt nicht immer

Wenn Gegenstände Ihres Hausrats durch die Unwetter in Mitleidenschaft gezogen wurden, zahlt die Hausratversicherung – natürlich nur, wenn sich die Gegenstände zum Zeitpunkt des Unwetters im Haus/ in der Wohnung befunden haben.

Ausnahme: Antennen und Markisen, die außen angebracht sind, werden ebenfalls mitversichert. Der Versicherungsschutz erlischt, wenn Schäden durch offen stehende Türen oder Fenster entstanden sind.

Kaskoversicherung: Wie schütze ich mein Auto?

Sturmschäden: Wann haben Sie Anspruch auf Schadenersatz?
Bitter: Wenn dicke Äste oder gar ein ganzer baum aufs Auto fällt. © dpa, Wolfram Steinberg, wst exa

Stürzen Dachziegel, Äste oder gar Bäume auf das parkende Fahrzeug, ist Ihr Kfz-Versicherer der passende Ansprechpartner. Konkret ist das ein Fall für die Teilkasko-Versicherung (ab Windstärke 8), die Ihnen im besten Fall den Zeitwert des Fahrzeuges ersetzt. Ihnen wird der Wert eines gleichaltrigen, gebrauchten Wagens erstattet. Beachten sollten Sie in diesem Fall jedoch, welche konkreten Regelungen bei Lackschäden und vereinbarten Selbstbeteiligungen in Ihrem Vertrag festgeschrieben wurden.

Die Vollkasko-Versicherung reguliert Sturmschäden natürlich auch - die Selbstbeteiligung erlischt jedoch nicht. Sollten Sie mit bereits umgestürzten Bäumen kollidieren (oder anderen vom Sturm verwehten Gegenständen), haftet ebenfalls die Vollkasko. Ist die Flut- oder Überschwemmungsgefahr hinreichend bekannt, haftet die Vollkasko bei Wasserschäden (beispielsweise durch im Wasser geparkte Autos, Wasser im Ansaugtrakt oder im Motor) nur eingeschränkt.

"Elementargefahren" müssen mitversichert sein

Grundsätzlich fällt ein durch Starkregen vollgelaufener Keller auch in die Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung, allerdings nur, wenn Sie beim Abschluss den Bereich „Weitere Elementargefahren“ eingeschlossen haben. Abdeckt sind damit Überschwemmungen, Überflutungen, Erdbeben, Erdsenkungen, Erdrutsche, Schneedruck und Lawinen.

Checkliste: So erhalten Sie Ihr Geld im Schadensfall


  1. Melden Sie den Schadensfall umgehend Ihrer Versicherung. Spätestens innerhalb einer Woche muss der Schaden benannt werden. Wichtig: Damit die Versicherung den Schaden feststellen kann, sollten Sie alles unterlassen, was eine Schadensfestellung erschweren könnte – sonst setzen Sie Ihren Versicherungsschutz aufs Spiel!

  2. Bleiben Sie stets bei der Wahrheit! Machen Sie sicherheitshalber vor Beginn der Aufräumarbeiten Fotos und listen Sie zusätzlich alle Gegenstände, die beschädigt oder zerstört worden sind, auf.

  3. Sie wohnen zur Miete? Wenden Sie sich direkt an Ihren Vermieter! Ein Unwetterschaden ist Sache des Vermieters. Dieser muss sich die Kosten dann von seiner Versicherung zurückholen.

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